{"id":372685,"date":"2020-04-21T14:58:48","date_gmt":"2020-04-21T12:58:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=372685"},"modified":"2020-04-21T14:58:48","modified_gmt":"2020-04-21T12:58:48","slug":"2018-lag-der-medianlohn-bei-6538-franken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/2018-lag-der-medianlohn-bei-6538-franken\/","title":{"rendered":"2018 lag der Medianlohn bei 6538 Franken"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 2018 belief sich der Medianlohn einer Vollzeitstelle in der Schweizer Gesamtwirtschaft (privater und \u00f6ffentlicher Sektor) auf 6538 Franken brutto pro Monat. Zwischen den Wirtschaftsbranchen und auch zwischen den Regionen bestehen noch immer grosse Lohnunterschiede. Das Gef\u00e4lle zwischen dem oberen und dem unteren Ende der Lohnpyramide hat sich zwischen 2008 und 2018 kaum ver\u00e4ndert. Rund ein Drittel der Arbeitnehmenden in der Schweiz hat Boni erhalten. Dies geht aus den ersten Ergebnissen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS) hervor.<\/p>\n<p>2018 betrug der Medianlohn 6538 Franken brutto pro Monat. Die 10% der Arbeitnehmenden mit den tiefsten L\u00f6hnen verdienten weniger als 4302 Franken pro Monat, w\u00e4hrend die am besten bezahlten 10% einen Lohn von \u00fcber 11 698 Franken erhielten.<\/p>\n<p>Die L\u00f6hne in der Schweiz wiesen je nach Wirtschaftszweig betr\u00e4chtliche Unterschiede auf. In Wirtschaftszweigen mit hoher Wertsch\u00f6pfung wie Informationstechnologie und Informationsdienstleistungen (9000 Franken), Pharmaindustrie (9747 Franken) und Finanzdienstleistungen (9921 Franken) lagen die L\u00f6hne deutlich \u00fcber dem Medianlohn. Am unteren Ende der Lohnskala fanden sich namentlich die Wirtschaftszweige Herstellung von Textilien und Kleidung (5095 Franken), Detailhandel (4875 Franken), Gastgewerbe\/Beherbergung und Gastronomie (4412 Franken) sowie Pers\u00f6nliche Dienstleistungen (4144 Franken).<\/p>\n<p><strong>Die Lohnunterschiede sind zwischen 2008 und 2018 relativ stabil geblieben<\/strong><\/p>\n<p>Die allgemeine Lohnschere, d.h. der Gesamtabstand zwischen den h\u00f6chsten und den niedrigsten L\u00f6hnen, hat sich zwischen 2008 und 2018 kaum ver\u00e4ndert. In diesem Zeitraum stiegen die L\u00f6hne der am besten bezahlten 10% der Arbeitnehmenden um 9,1%. In der Mittelschicht belief sich das Lohnwachstum auf 7,3%, w\u00e4hrend sich die L\u00f6hne bei den am schlechtesten bezahlten 10% der Arbeitnehmenden um 9,6% erh\u00f6hten.<\/p>\n<p><strong>Die Boni sind 2018 weiter gestiegen<\/strong><\/p>\n<p>2018 erhielt nahezu ein Drittel (32,8%) der Arbeitnehmenden Boni, d.h. zus\u00e4tzlich zum Grundlohn ausbezahlte j\u00e4hrliche Sonderzahlungen. Zwischen 2008 und 2014 sank der durchschnittliche Betrag der Boni von 11 698 Franken auf 7939 Franken, bevor er im Jahr 2016 erstmalig wieder anstieg (auf 9033 Franken). 2018 erh\u00f6hte er sich weiter und erreichte einen durchschnittlichen Jahreswert von 9913 Franken. Der j\u00e4hrliche Betrag der Boni variierte erheblich je nach Wirtschaftszweig und Verantwortungsniveau im Unternehmen. Im Detailhandel wurden dem oberen Kader durchschnittlich 16 138 Franken, im Bauwesen 21 432 Franken, in der Pharmaindustrie 79 989 Franken und bei den Finanzdienstleistungen 89 028 Franken ausbezahlt. Personen ohne F\u00fchrungsverantwortung erhielten ebenfalls Boni. Diese fielen jedoch mit durchschnittlich 4137 Franken pro Jahr deutlich tiefer aus. In den meisten Wirtschaftszweigen sind Boni ein flexibler und fester Bestandteil des Entl\u00f6hnungssystems.<\/p>\n<p><strong>Der Anteil der Tiefl\u00f6hne hat zwischen 2016 und 2018 leicht zugenommen<\/strong><\/p>\n<p>Die Zahl der Tieflohnstellen (Vollzeitstellen mit einem monatlichen Bruttolohn von weniger als 4359 Franken) ist 2018 leicht auf insgesamt 353 000 angestiegen (2016: 329 000). Hohe Anteile an Tieflohnstellen verzeichneten die Wirtschaftszweige Detailhandel (24,4%), Gastronomie (44,7%), Herstellung von Bekleidung (56%), und pers\u00f6nliche Dienstleistungen (57,3%). Mehr als 480 000 Personen bzw. 12,1% aller Arbeitnehmenden erhielten einen Tieflohn, 64,4% davon waren Frauen (2016: 66,4%).<\/p>\n<p><strong>Die Lohnungleichheit zwischen Frauen und M\u00e4nnern nimmt allm\u00e4hlich ab<\/strong><\/p>\n<p>In der Gesamtwirtschaft belief sich das Lohngef\u00e4lle zwischen Frauen und M\u00e4nnern im Jahr 2018 auf 11,5%. 2016 lag es noch bei 12,0% und 2014 bei 12,5%. Im privaten Sektor verdienten Frauen insgesamt 14,4%, im \u00f6ffentlichen Sektor 11,4% weniger als M\u00e4nner. Diese geschlechterspezifischen Lohnunterschiede lassen sich teilweise durch strukturelle Merkmale und unterschiedliche T\u00e4tigkeiten erkl\u00e4ren (insbesondere Verantwortungsniveau am Arbeitsplatz oder Wirtschaftszweig). Sie verdeutlichen die ungleiche berufliche Eingliederung des weiblichen und m\u00e4nnlichen Personals auf dem Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p>Je h\u00f6her die Hierarchiestufe der Stelle, desto gr\u00f6sser f\u00e4llt der geschlechterspezifische Lohnunterschied aus. So verdienten beispielsweise Frauen in Stellen mit hohem Verantwortungsniveau 8872 Franken brutto pro Monat, w\u00e4hrend M\u00e4nner auf derselben Stufe 10 893 Franken erhielten, was einer Differenz von 18,6% entspricht. Bei Arbeitsstellen mit niedrigerem Verantwortungsniveau war das Lohngef\u00e4lle zuungunsten der Frauen weniger ausgepr\u00e4gt (9,4%), bei Frauen ohne Kaderfunktion belief es sich auf 7,6%.<\/p>\n<p>2018 sah die Verteilung der Frauen und M\u00e4nner nach Lohnklassen folgendermassen aus: Bei Stellen mit einem monatlichen Bruttolohn von weniger als 4500 Franken lag der Frauenanteil bei 58,3%. Im Gegensatz dazu waren 82,4% der Stellen mit einem monatlichen Bruttolohn von \u00fcber 16 000 Franken von M\u00e4nnern besetzt.<\/p>\n<p><strong>Ausl\u00e4ndische Arbeitnehmende: Lohnunterschiede je nach Aufenthaltsstatus<\/strong><\/p>\n<p>In der Gesamtwirtschaft waren die L\u00f6hne der Arbeitnehmenden mit Schweizer Staatsangeh\u00f6rigkeit h\u00f6her als jene der ausl\u00e4ndischen Arbeitnehmenden (6873 Franken gegen\u00fcber 5886 Franken). Diese Lohndifferenz zugunsten der Schweizer Arbeitnehmenden gegen\u00fcber den ausl\u00e4ndischen Arbeitnehmenden war bei s\u00e4mtlichen Aufenthaltskategorien zu beobachten.<\/p>\n<p>Bei den Stellen, die ein hohes Mass an Verantwortung erfordern, fiel der Lohn der ausl\u00e4ndischen Arbeitnehmenden hingegen h\u00f6her aus als bei Schweizer Arbeitnehmenden. So erhielten Grenzg\u00e4ngerinnen und Grenzg\u00e4nger im oberen Kader 10 750 Franken, Personen mit Aufenthaltserlaubnis 12 510 Franken und Schweizer Staatsangeh\u00f6rige 10 138 Franken.<\/p>\n<p>Bei den Stellen ohne F\u00fchrungsverantwortung war die Situation umgekehrt: Schweizer Arbeitnehmende ohne Kaderfunktion verdienten durchschnittlich 6260 Franken und somit mehr als ausl\u00e4ndische Arbeitnehmende mit Grenzg\u00e4ngerstatus (5699 Franken) und solche mit Aufenthaltsbewilligung (5189 Franken).<\/p>\n<p><strong>Regionale Lohnhierarchie: Z\u00fcrich liegt weiter an der Spitze<\/strong><\/p>\n<p>Die Schweizer L\u00f6hne variieren auch zwischen den Regionen deutlich. Im oberen Kader sind die h\u00f6chsten L\u00f6hne regelm\u00e4ssig in den Regionen Z\u00fcrich und Nordwestschweiz (BS, BL, AG) anzutreffen (9221 bzw. 8874 Franken). Das Tessin lag 2018 mit 7367 Franken f\u00fcr Stellen im oberen Kader und 4222 Franken f\u00fcr Stellen ohne F\u00fchrungsfunktion unabh\u00e4ngig von der Hierarchiestufe stets am unteren Ende der Lohnskala. Diese regionalen Lohnunterschiede lassen sich teilweise durch die r\u00e4umliche Konzentration von Wirtschaftszweigen mit hoher Wertsch\u00f6pfung und durch strukturelle Besonderheiten der regionalen Arbeitsm\u00e4rkte erkl\u00e4ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schweizerische Lohnstrukturerhebung im Jahr 2018: Erste Resultate<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":372686,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24006,1140],"tags":[1633],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-372685","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-lajme-jeta-ne-zvicer-de","category-leben-in-der-schweiz","tag-zvicer-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372685","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=372685"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/372685\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/372686"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=372685"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=372685"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=372685"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=372685"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=372685"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}