{"id":341691,"date":"2019-12-31T12:40:52","date_gmt":"2019-12-31T11:40:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=341691"},"modified":"2020-05-25T23:56:15","modified_gmt":"2020-05-25T21:56:15","slug":"chance-fu%cc%88r-die-kosovarische-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/chance-fu%cc%88r-die-kosovarische-wirtschaft\/","title":{"rendered":"Chance fu\u0308r die kosovarische Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>NOVO BRDO Vor 20 Jahren endete mit dem Kosovokrieg der gewaltsame Zerfallsprozess von Jugoslawien und der Weg wurde freigemacht fu\u0308r die Entstehung des ju\u0308ngsten Staates Europas. Heute ist die Republik Kosovo elf Jahre alt und hat neben den direkten Folgen des Konfliktes auch die Defizite aus Kommunismus und Internationaler Verwaltung zu verarbeiten. Beru\u0308cksichtigt man diese Faktoren, so herrscht im jungen Staat trotz allem eine spu\u0308rbare Aufbruchstimmung und es hat sich seit dem Kriegsende sehr viel zum Positiven ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p><strong>An Bedeutung verloren<\/strong><\/p>\n<p>Ver\u00e4ndert hat sich im traditionellen Agrarland Kosovo auch die Landwirtschaft selber, die vor dem Krieg noch die gr\u00f6sste Besch\u00e4ftigung bot und mittlerweile an Bedeutung verloren hat. Aber nach wie vor ist die landwirtschaftliche Subsistenzwirtschaft der gr\u00f6sste Arbeitgeber und die guten B\u00f6den machen Kosovo immer noch zu einem pr\u00e4destinierten Agrarland fu\u0308r Ackerbau und Weinbau. Probleme liegen aber im verlorenen sozialen Prestige und den gu\u0308nstigen Importen von Nahrungsmitteln. Probleme, mit denen die Landwirtschaft u\u0308berall zu k\u00e4mpfen hat. Die L\u00f6sungsans\u00e4tze sind daher auch l.nderu\u0308bergreifend \u00e4hnlich und mehr oder weniger erfolgversprechend. Doch im schwach industrialisierten Kosovo fu\u0308hrt mittelfristig kein Weg zum Wohlstand an der Landwirtschaft vorbei, was eine grosse Chance fu\u0308r diesen Sektor darstellt.<\/p>\n<p>Die hohe Arbeitslosigkeit im Kosovo und der Drang der Jugend, das Land zu verlassen, machen die Landwirtschaftspolitik zu einem wichtigen Instrument der Wirtschaftsf\u00f6rderung und Arbeitsbeschaffung. Gute Ans\u00e4tze sind vorhanden und gerade die internationale Gemeinschaft hat einige interessante Projekte initiiert und lokale Initiativen gef\u00f6rdert, doch dies ist nur ein erster Schritt, auf den nun weitere folgen mu\u0308ssen.<\/p>\n<p><strong>Lokale Initiative<\/strong><\/p>\n<p>Ein gutes Beispiel von internationaler Starthilfe im Verbund mit unternehmerischer lokaler Initiative ist der Agrotourismus Park Lura in der Ostkosovarischen Gemeinde Novo Brdo. Der Gastronom Genc Buca kaufte nach dem Krieg eine landwirtschaftliche Parzelle im malerischen Makresh Tal und hatte bereits damals die Vision, sp\u00e4ter Gastronomie mit Agrotourismus und Direktvermarktung zu verbinden.Ein EU-Projekt zur F\u00f6rderung von regionaler landwirtschaftlicher Produktion auf dem Balkan, verhalf dem Projekt dann zum Durchbruch.<\/p>\n<p>Am 31. Mai 2019 konnte der Agrotourismus Park Lura er\u00f6ffnet werden und die jahrelangen Bemu\u0308hungen von Genc Buca feierten ihren ersten Erfolg. Der Agrotourismuspark Lura baut auf dem bew\u00e4hrten Konzept von \u00abFerien auf dem Bauernhof\u00bb auf und l\u00e4dt Familien oder P\u00e4rchen zu einem reizvollen Urlaub in einer bezaubernden Landschaft ein. Beherbergt in sehr heimeligen H\u00e4uschen, werden die G\u00e4ste mit lokalen Speisen aus lokaler Produktion im Restaurant verw\u00f6hnt oder sie k\u00f6nnen im Laden lokale Produkte einkaufen.Ein attraktiver Spielplatz fu\u0308r Kinder und Fitnessger\u00e4te fu\u0308r die Erwachsenen stehen ebenso zur Verfu\u0308gung wie auch ein grosser Obstgarten zum selber pflu\u0308cken.<\/p>\n<p>Die landschaftliche und geschichtlich spannende Region Novo Brdo bietet den Besuchern eine Vielzahl von Ausflugsm\u00f6glichkeiten und Erholung. Das Besondere am Projekt Agrotourismus Lura ist zudem die V\u00f6lker verbindende Komponente. Unter den Produzenten hat es sowohl albanische wie auch serbische Bauernfamilien. An derEr\u00f6ffnungsfeier sprach dann auch der Bu\u0308rgermeister der Gemeinde Novo Brdo, Svetislav Ivanovic, der ethnischer Serbe ist,wie auch sein Kollege Lutfi Haziri aus der Nachbargemeinde Gjilan, welcher ethnischer Albaner ist.<\/p>\n<p><strong>Ein Beispiel fu\u0308r Toleranz<\/strong><\/p>\n<p>Was in dieser Region an Toleranz und Zusammenarbeit schon lange gelebt wird, ist andernorts auf dem Balkan bis heute so nicht m\u00f6glich. Nun w\u00e4re es auch an der Zeit, dass vermehrt Besucherinnen und Besucher aus der Schweiz eine Reise in diese Region unternehmen und einen pers\u00f6nlichen Eindruck jenseits der negativen Botschaften seit den 90er-Jahren gewinnen k\u00f6nnen. Lokale Produktion und Agrotourismus k\u00f6nnten eine grosse Chance fu\u0308r die Region Novo Brdo darstellen. Nicht zuletzt k\u00f6nnten aber alle von einem generellen Imagegewinn der Landwirtschaft profitieren. Daniel W\u00e4fler<\/p>\n<p>Detaillierte Infos zum Tourismusprojekt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.visitlura.com\">www.visitlura.com<\/a><\/p>\n<p><strong>Traditionell ein Landwirtschaftsland<\/strong><\/p>\n<p>Die Republik Kosovo spaltete sich im Kosovokrieg 1998\/99 von Serbien ab und erkl\u00e4rte am 18. Februar 2008 ihre Unabh\u00e4ngigkeit. Die Schweiz anerkannte Kosovo bereits am 27. Februar 2008 als unabh\u00e4ngigen Staat an. Kosovo umfasst<\/p>\n<p>10 880 Quadratkilometer Fl\u00e4che (entspricht etwa der Ostschweiz) und hat etwa 1,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner .90 Prozent sind Albaner. Serben sind die zweitgr\u00f6sste Volksgruppe, daneben gibt es noch Bosniaken, Roma und Tu\u0308rken. Die Albaner sind zu 95 Prozent muslimisch und zu 5 Prozent katholisch, w\u00e4hrend die Serben orthodox sind. Die anderen Minderheiten sind muslimisch. Mit seiner Schwarzerde ist das Land u\u0308ber weite Strecken bestens fu\u0308r Ackerbau geeignet und traditionell ein Landwirtschaftsland. Mit der Autobahnverbindung an die albanische Adriaku\u0308ste und der guten Anbindung des Flughafens Pristina an Europa, ist der Tourismus ein wichtiger Zukunftsfaktor. Fu\u0308r die Schweiz hat Kosovo eine besondere Bedeutung, da mittlerweile etwa 280 000 Menschen mit kosovarischen Wurzeln hier leben. Daniel W\u00e4flers<\/p>\n<p><strong>Zur Person<\/strong><\/p>\n<p>Daniel W\u00e4fler bewirtschaftet in Gossau mit seiner Familie einen Mutterkuh- und Ackerbaubetrieb und arbeitet als Baufu\u0308hrer bei Gru\u0308n Stadt Zu\u0308rich. Der SVP-Kantonsrat wirkte im Jahr 2000 im Rahmen der Swisscoy\/KFOR im Kosovo.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Agrotourismus \/ Lokale Initiativen, die von der internationalen Gemeinschaft gef\u00f6rdert werden, er\u00f6ffnen in der Republik Kosova neue Perspektiven<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":341692,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1131,3952,24656,1129],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-341691","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-investitionen","category-kosova-de","category-tourismus","category-ch-balkan"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/341691","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=341691"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/341691\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/341692"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=341691"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=341691"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=341691"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=341691"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=341691"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}