{"id":341670,"date":"2019-12-30T16:27:32","date_gmt":"2019-12-30T15:27:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=341670"},"modified":"2020-05-25T23:32:45","modified_gmt":"2020-05-25T21:32:45","slug":"agrotourismus-als-chance-fuer-die-kosovarische-landwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/agrotourismus-als-chance-fuer-die-kosovarische-landwirtschaft\/","title":{"rendered":"Agrotourismus als Chance f\u00fcr die Kosovarische (Land)wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Ver\u00e4ndert hat sich im traditionellen Agrarland Kosova auch die Landwirtschaft selber, welche vor dem Krieg noch die gr\u00f6sste Besch\u00e4ftigung bot und mittlerweile an Bedeutung verloren hat. Aber nach wie vor ist die landwirtschaftliche Subsistenzwirtschaft der gr\u00f6sste Arbeitgeber und die guten B\u00f6den machen Kosova immer noch zu einem pr\u00e4destinierten Agrarland f\u00fcr Ackerbau und Weinbau. Die Probleme liegen im verlorenen sozialen Prestige und den g\u00fcnstigen Importen von Nahrungsmitteln. Probleme, mit denen Landwirtschaft \u00fcberall zu k\u00e4mpfen hat. Die L\u00f6sungsans\u00e4tze sind daher auch L\u00e4nder\u00fcbergreifend \u00e4hnlich und mehr oder weniger erfolgversprechend, doch im schwach industrialisierten Kosovo f\u00fchrt mittelfristig kein Weg zum Wohlstand an der Landwirtschaft vorbei, was eine grosse Chance f\u00fcr diesen Sektor darstellt. Die hohe Arbeitslosigkeit im Kosovo und der Drang der Jugend das Land zu verlassen, machen die Landwirtschaftspolitik zu einem wichtigen Instrument der Wirtschaftsf\u00f6rderung und Arbeitsbeschaffung. Gute Ans\u00e4tze sind vorhanden und gerade die internationale Gemeinschaft hat einige interessante Projekte initiiert und lokale Initiativen gef\u00f6rdert, doch dies ist nur ein erster Schritt, auf den nun weitere folgen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein gutes Beispiel von internationaler Starthilfe im Verbund mit unternehmerischer lokaler Initiative ist der Agrotourismus Park Lura in der Ostkosovarischen Gemeinde Novo Brdo. Der Gastronom Genc Buca kaufte nach dem Krieg eine landwirtschaftliche Parzelle im malerischen Makresh Tal und hatte bereits damals die Vision, sp\u00e4ter Gastronomie mit Agrotourismus und Direktvermarktung zu verbinden. Ein EU Projekt zur F\u00f6rderung von regionaler Landwirtschaftlicher Produktion auf dem Balkan, verhalf dem Projekt dann zum Durchbruch. Am 31. Mai 2019 konnte der Agrotourismus Park Lura er\u00f6ffnet werden und die jahrelangen Bem\u00fchungen von Genc Buca feierten Ihren ersten Erfolg. Der Agrotourismus Park Lura baut auf dem bew\u00e4hrten Konzept von Ferien auf dem Bauernhof auf und l\u00e4dt Familien oder P\u00e4rchen zu einem reizvollen Urlaub in einer bezaubernden Landschaft ein. Beherbergt in sehr heimeligen H\u00e4uschen, werden die G\u00e4ste mit lokalen Speisen aus lokaler Produktion im Restaurant verw\u00f6hnt oder sie k\u00f6nnen im Laden lokale Produkte einkaufen. Ein attraktiver Spielplatz f\u00fcr Kinder und Fitnessger\u00e4te f\u00fcr die Erwachsenen stehen ebenso zur Verf\u00fcgung wie auch ein grosser Obstgarten zum selberpfl\u00fccken. Die landschaftliche und geschichtlich spannende Region Novo Brdo bietet den Besuchern eine Vielzahl von Ausflugsm\u00f6glichkeiten und Erholung.<\/p>\n<p>Das spezielle am Projekt \u201eAgrotourismus Lura\u201c ist zudem die v\u00f6lkerverbindende Komponente. Unter den Produzenten hat es sowohl Albanische wie auch Serbische Bauernfamilien. An der Er\u00f6ffnungsfeier sprach dann auch der B\u00fcrgermeister der Gemeinde Novo Brdo, Svetislav Ivanovic, der ethnischer Serbe ist, wie auch sein Kollege Lutfi Haziri aus der Nachbargemeinde Gjilan, welcher ethnischer Albaner ist. Was in dieser Region an Toleranz und Zusammenarbeit schon lange gelebt wird, ist andernorts auf dem Balkan bis heute nicht so m\u00f6glich. Nun w\u00e4re es auch an der Zeit, dass vermehrt Besucher aus der Schweiz eine Reise in diese Region unternehmen und einen pers\u00f6nlichen Eindruck jenseits der negativen Botschaften seit den 90er Jahren gewinnen k\u00f6nnen. Lokale Produktion und Agrotourismus k\u00f6nnten eine grosse Chance f\u00fcr die Region Novo Brdo darstellen. Nicht zuletzt k\u00f6nnten aber Alle von einem generellen Imagegewinn der Landwirtschaft profitieren.<\/p>\n<p><strong>Ein Begleiter kosovarischer Geschichte<\/strong><\/p>\n<p>Daniel W\u00e4fler hat Jahrgang 1979 arbeitet Hauptberuflich als Bauf\u00fchrer. Er ist mit einer aus Prizren stammenden Kosovarin verheiratet und gemeinsam habe sie drei Kinder.<\/p>\n<p>Neben seiner beruflichen Laufbahn absolvierte Daniel W\u00e4fler auch eine milit\u00e4rische Karriere und ist immer noch aktiver Offizier der Schweizer Armee im Range eines Hauptmanns. Nach einem ersten Besuch im Jahr 1997, brachte die Schweizer Armee den damaligen jungen Unteroffizier, im Jahr 2000 dann im Rahmen der Swisscoy\/KFOR in den Kosovo zur\u00fcck, wo er beim Wiederaufbau und der Befriedung des Kriegszerst\u00f6rten Landes mithalf. Eine zweite KFOR-Mission absolvierte er als Offizier in den Jahren 2008\/2009.<\/p>\n<p>Seit 2015 sitzt Daniel W\u00e4fler f\u00fcr die SVP im Z\u00fcrcher Kantonsrat und setzt sich neben der Sicherheitspolitik, besonders f\u00fcr familienbasierte und nachhaltige Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe und die Berufsbildung ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 20 Jahren endete mit dem Kosovokrieg der gewaltsame Zerfallsprozess von Jugoslawien und der Weg wurde freigemacht f\u00fcr die Entstehung des j\u00fcngsten Staates Europas. Heute ist die Republik Kosova 11 Jahre alt und hat neben den direkten Folgen des Konfliktes auch die Defizite aus Kommunismus und Internationaler Verwaltung zu verarbeiten. Ber\u00fccksichtigt man diese Faktoren, so herrscht im jungen Staat trotz allem eine sp\u00fcrbare Aufbruchsstimmung und es hat sich seit dem Kriegsende sehr viel zum positiven ver\u00e4ndert.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":341671,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3925,1131,11228,24628,24656,1129],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-341670","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-10-gruende-kosova-zu-besuchen","category-investitionen","category-ekonomi-de","category-entwicklung-de","category-tourismus","category-ch-balkan"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/341670","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=341670"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/341670\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/341671"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=341670"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=341670"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=341670"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=341670"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=341670"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}