{"id":339611,"date":"2019-12-22T19:36:41","date_gmt":"2019-12-22T18:36:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=339611"},"modified":"2019-12-22T19:36:41","modified_gmt":"2019-12-22T18:36:41","slug":"konsumentenschutz-gegen-pauschalisierende-praemien-aufgrund-der-nationalitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/konsumentenschutz-gegen-pauschalisierende-praemien-aufgrund-der-nationalitaet\/","title":{"rendered":"Konsumentenschutz: Gegen pauschalisierende Pr\u00e4mien aufgrund der Nationalit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>C\u00e9cile Thomi ist Leiterin Recht bei der\u00a0Stiftung f\u00fcr Konsumentenschutz. Albinfo.ch wollte von ihr wissen, was der Konsumentenschutz zur Diskriminierung von Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4ndern bei Versicherungspr\u00e4mien sagt. Im Interview zeigt Frau Thomi diese Problematik auf und erkl\u00e4rt die Einstellung der Stiftung f\u00fcr Konsumentenschutz zu dieser Thematik.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cecile-thomi-dsc00046-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-339581\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cecile-thomi-dsc00046-3.jpg\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"467\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cecile-thomi-dsc00046-3.jpg 1951w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cecile-thomi-dsc00046-3-300x259.jpg 300w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cecile-thomi-dsc00046-3-768x664.jpg 768w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cecile-thomi-dsc00046-3-1024x885.jpg 1024w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cecile-thomi-dsc00046-3-458x396.jpg 458w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cecile-thomi-dsc00046-3-116x100.jpg 116w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cecile-thomi-dsc00046-3-202x175.jpg 202w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>C\u00e9cile Thomi<\/strong><\/p>\n<p>Albinfo.ch: Die schweizerische Presse greift das Thema der Diskriminierung bestimmter Volksgruppen in Sachen Autoversicherung immer wieder auf. Die letzte fundierte und umfangreichste Information war in den &#8220;Handelszeitung&#8221; zu lesen. Sind Sie als Stiftung f\u00fcr Konsumentenschutz \u00fcber den Stand der Dinge informiert?<\/p>\n<p><strong>C\u00e9cile Thomi<\/strong><strong>: <\/strong>Die Diskriminierungsproblematik ist uns ebenfalls bekannt. Das Beispiel von Autofahrern vor allem aus dem Balkan, die grunds\u00e4tzlich h\u00f6here Autohaftpflichtversicherungspr\u00e4mien bezahlen, ist dabei wohl das bekannteste und medienwirksamste Thema. Es gibt aber andere Bereiche, in denen es zu Diskriminierungen kommt, die von der menschlichen Tragweite noch relevanter sind, die in der \u00d6ffentlichkeit aber kaum bekannt sind. So etwa, dass chronisch Kranke oder \u00e4lter Menschen kaum eine Chance haben, z.B. eine Berufsunf\u00e4higkeits- oder Lebensversicherungen abzuschliessen oder viel h\u00f6here Pr\u00e4mien bezahlen. Besonders stossend ist, dass es f\u00fcr Eltern von behinderten Kindern sozusagen unm\u00f6glich ist, f\u00fcr ihre Kinder eine Krankenkassenzusatzversicherung abzuschliessen.<\/p>\n<p>Diskriminierung wegen des Geschlechts sind in der EU seit 2012 verboten. In Risikolebens- und privaten Rentenversicherungen, privaten Krankenversicherungen sowie den Auto- und Unfallversicherungen sind nur noch Unisex-Tarife zul\u00e4ssig. In der Schweiz gibt es leider kein solches Verbot und die Versicherer setzen weiterhin einfach auf Zahlenmaterial, auf Risikofaktoren, die statistisch relevant sind. Also: Frauen werden durchschnittlich \u00e4lter als M\u00e4nner, also bezahlen sie in der Krankenkassenzusatzversicherung h\u00f6here Pr\u00e4mien. M\u00e4nner fahren schneller und unvorsichtiger Auto, also bezahlen sie h\u00f6here Autohaftpflichtversicherungspr\u00e4mien.<\/p>\n<p><strong>Albinfo.ch: Betrachten Sie dies auch als Diskriminierung oder ist es einfach Ausdruck der Realit\u00e4t?<\/strong><\/p>\n<p><strong>C\u00e9cile Thomi<\/strong>: Es spricht grunds\u00e4tzlich nichts dagegen, dass die Schadensverursachung einen Einfluss auf die zu bezahlenden Pr\u00e4mien hat. Die Stiftung f\u00fcr Konsumentenschutz ist aber grunds\u00e4tzlich gegen pauschalisierende Risikoeinteilungen (z.B. auf Grund der Nationalit\u00e4t) und Pr\u00e4mienberechnungen. Gerechter w\u00e4re es, ganz einfach auf ein generelles Bonus-Malus-System zu setzen, so wie das z.B. bei der Hausratversicherung seit vielen Jahren gemacht wird. Dieses System k\u00f6nnte problemlos z.B. auch in der Autohaftpflichtversicherung eingesetzt werden. Also: wer \u00fcber einen gewissen Zeitraum keinen Schaden verursacht, erh\u00e4lt eine Pr\u00e4mienverbilligung (unabh\u00e4ngig von Geschlecht, Nationalit\u00e4t, Alter etc.). Umgekehrt, wer Sch\u00e4den verursacht, muss mit einer Pr\u00e4mienerh\u00f6hung rechnen. Und die Ausgangspr\u00e4mie w\u00e4re f\u00fcr einen bestimmten Fahrzeugtyp f\u00fcr alle Versicherungsnehmer dieselbe.<\/p>\n<p><strong>Albinfo.ch: Gab es bis jetzt irgendwelche Beschwerden von betroffenen Volksgruppen oder Einzelpersonen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>C\u00e9cile Thomi<\/strong>: Konkrete Meldungen von Versicherten bzw. bestimmten Volksgruppen liegen uns nicht vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abEs spricht grunds\u00e4tzlich nichts dagegen, dass die Schadensverursachung einen Einfluss auf die zu bezahlenden Pr\u00e4mien hat. 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