{"id":329913,"date":"2019-11-20T19:02:39","date_gmt":"2019-11-20T18:02:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=329913"},"modified":"2019-11-20T19:06:22","modified_gmt":"2019-11-20T18:06:22","slug":"30-jahre-kinderrechtskonvention","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/30-jahre-kinderrechtskonvention\/","title":{"rendered":"30 Jahre Kinderrechtskonvention"},"content":{"rendered":"<p>Kinder haben Rechte, etwa auf Bildung, Schutz, Spiel und Freizeit \u2013 und Staaten sind verpflichtet diese Rechte und das Kindswohl zu garantieren. Dies sieht die Kinderrechtskonvention vor, die heute 30 Jahre alt wird. Aus Anlass dieses Jahrestages empfing Bundesrat Ignazio Cassis zwei Schulklassen aus dem Tessin im Berner Bundeshaus.<\/p>\n<p>\u00abDass Kinder in die Schule gehen k\u00f6nnen, Freizeit haben und ihre Meinung sagen d\u00fcrfen, ist f\u00fcr uns heute selbstverst\u00e4ndlich\u00bb, sagte Bundesrat Cassis bei seinem Treffen mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern aus Ascona. \u00abDoch es brauchte die Kinderrechtskonvention, damit Kinder weltweit \u00fcberhaupt Rechte haben!\u00bb<\/p>\n<p>Man d\u00fcrfe sich nicht zur\u00fccklehnen, sagte der Vorsteher des Eidgen\u00f6ssischen Departements f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten EDA. Zwar werden heute weltweit mehr Kinder eingeschult als je zuvor. Viele Kinder k\u00f6nnen die Schulbildung aber wegen Armut, Flucht, Zwangsheirat oder anderen Gr\u00fcnden nicht abschliessen. \u00dcber 260 Millionen Kinder k\u00f6nnen \u00fcberhaupt nie eine Schulbank dr\u00fccken. Gleichzeitig ist die Qualit\u00e4t der Bildung h\u00e4ufig mangelhaft. So k\u00f6nnen \u00fcber 60% der Kinder in Subsahara Afrika auch nach sechs Jahren Primarschule kaum lesen und schreiben. \u00abKinder m\u00fcssen die Chance haben, sich die F\u00e4higkeiten anzueignen k\u00f6nnen, die sie f\u00fcr die Zukunft wappnen\u00bb, sagte Bundesrat Cassis. Auch m\u00fcssten Kinder und Jugendliche in allen Bereichen \u2013 Familie, Schule, Politik, Gesellschaft \u2013 st\u00e4rker einbezogen werden. \u00abKinder sind unsere Zukunft\u00bb, sagte Bundesrat Cassis. \u00abIndem wir die Rechte der Kinder ernst nehmen, nehmen wir unsere Zukunft ernst.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Breites Schweizer Engagement<\/strong><\/p>\n<p>Die Schweiz engagiert sich in vielen Bereichen zugunsten der Kinderrechte. So unterst\u00fctzt sie die Globale Partnerschaft f\u00fcr die Beendigung von Gewalt gegen Kinder sowie die Globale Partnerschaft f\u00fcr Bildung. Dabei handelt es sich um Partnerschaften zwischen privaten und \u00f6ffentlichen Akteuren, die sich f\u00fcr eine sichere Welt f\u00fcr Kinder einsetzen, in der sie sich entwickeln und lernen k\u00f6nnen. Ebenso f\u00f6rdert sie in ihren Partnerl\u00e4ndern, zum Beispiel in Afghanistan, Mali oder Jordanien, den Zugang zu einer qualitativ guten Schuldbildung.<\/p>\n<p>In ihrer Menschenrechtspolitik setzt sich die Schweiz vor allem f\u00fcr den Schutz von Kindern im Bereich der Justiz ein. Kinder und Jugendliche, die mit dem Gesetz in Ber\u00fchrung kommen oder gegen das Gesetz verstossen, haben Anspruch auf die Rechte, die in der Konvention festgeschrieben sind. So engagiert sich die Schweiz beispielsweise im Senegal f\u00fcr die Weiterbildung von Richtern, Anw\u00e4lten, Sozialarbeitern, Polizeibeamten und anderen Akteuren der Jugendjustiz f\u00fcr den korrekten Umgang mit Kindern und Jugendlichen im Justizsystem. Die Schweiz hat ebenfalls eine Studie der UNO zur Situation der Kinder im Freiheitsentzug mitfinanziert. Die Studie wurde gestern in Genf pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Einer der wichtigsten Partner der Schweiz im Bereich der Kinderrechte ist das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF. Gemeinsam mit dem UNICEF unterst\u00fctzt die Direktion f\u00fcr Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) beispielsweise seit 2017 die Regierung von Burkina Faso mit innovativen Unterrichtsmodellen wie mobilen Lehrern und Schulstunden per Radio, um die Ausbildung von 875&#8217;000 Kindern (darunter 46% M\u00e4dchen) weiterhin zu gew\u00e4hrleisten, nachdem zahlreiche Schulen nach Terrorattacken zerst\u00f6rt oder geschlossen werden mussten. Bei ihrem Engagement bringt die DEZA auch das Schweizer Wissen zu vielf\u00e4ltigen Ausbildungsmodellen in die internationale Entwicklungszusammenarbeit ein.<\/p>\n<p><strong>Kinder als Rechtspers\u00f6nlichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Am 20. November 1989 hatte die UNO-Generalversammlung die Kinderrechtskonvention verabschiedet. Damit werden Kinder zum ersten Mal als Rechtspers\u00f6nlichkeit anerkannt. Die Kinderrechtskonvention ist das meistratifizierte Menschenrechts\u00fcbereinkommen der UNO mit 196 Vertragsstaaten. Sie r\u00e4umt Kindern unter anderem den unentgeltlichen Zugang zur Grundschule ein, gibt ihnen das Recht, ihre Pers\u00f6nlichkeit, Begabungen und F\u00e4higkeiten voll zur Entfaltung zu bringen, schreibt den Schutz vor allen Formen sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs sowie vor wirtschaftlicher Ausbeutung vor oder gesteht \u00abdas erreichbare H\u00f6chstmass an Gesundheit\u00bb zu. Die Vertragsstaaten sind umgekehrt verpflichtet, ihre Entscheidungen und Handlungen, die Kinder betreffen, immer unter Betrachtung des Kindeswohls und der besten Interessen des Kindes zu f\u00e4llen.<\/p>\n<p>Seit ihrer Inkraftsetzung wurde die Kinderrechtskonvention durch drei Zusatzprotokolle erg\u00e4nzt: das erste Protokoll betrifft Kinder in bewaffneten Konflikten; das zweite den Schutz von Kindern vor Kinderhandel, Kinderprostitution und Kinderpornographie; das dritte f\u00fchrt ein individuelles Beschwerdeverfahren ein. Die Schweiz hat alle drei Zusatzprotokolle ratifiziert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abDass Kinder in die Schule gehen k\u00f6nnen, Freizeit haben und ihre Meinung sagen d\u00fcrfen, ist f\u00fcr uns heute selbstverst\u00e4ndlich\u00bb, sagte Bundesrat Cassis bei seinem Treffen mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern aus Ascona<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":264993,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-329913","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/329913","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=329913"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/329913\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/264993"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=329913"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=329913"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=329913"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=329913"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=329913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}