{"id":327799,"date":"2019-11-13T15:55:05","date_gmt":"2019-11-13T14:55:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=327799"},"modified":"2019-11-13T15:55:05","modified_gmt":"2019-11-13T14:55:05","slug":"integrationsvorlehren-starten-erfolgreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/integrationsvorlehren-starten-erfolgreich\/","title":{"rendered":"Integrationsvorlehren starten erfolgreich"},"content":{"rendered":"<p>18 Kantone nehmen an dem im August 2018 gestarteten, vierj\u00e4hrigen Pilotprogramm &#8220;Integrationsvorlehre&#8221; (INVOL) teil. Nach dem ersten abgeschlossenen Programmjahr zeichnen die erhobenen Resultate ein positives Bild:<\/p>\n<ul>\n<li>Von den mehr als 750 Personen, die im Sommer 2018 ins erste Jahr des INVOL-Pilotprogramms starteten, schlossen 610 die Vorlehre ab. Damit haben vier F\u00fcnftel jener Personen, die vor einem Jahr die INVOL angetreten haben, das Pilotprogramm erfolgreich durchlaufen.<\/li>\n<li>Von diesen 610 Personen traten rund 75% nach Abschluss der Integrationsvorlehre eine Lehrstelle in der beruflichen Grundbildung an, davon 27% eine EFZ-Berufslehre (Eidg. F\u00e4higkeitszeugnis) und 73% eine EBA-Lehrstelle (Eidg. Berufsattest).<\/li>\n<li>Damit fanden in etwa zwei Drittel der im ersten Programmjahr an den Start gegangenen INVOL-Teilnehmenden eine Lehrstelle.<\/li>\n<li>Rund 5% der INVOL-Teilnehmenden traten nach dem Abschluss sofort eine Arbeitsstelle an.<\/li>\n<li>Weitere besuchten nach der INVOL eine anderweitige Qualifizierungsmassnahme oder verf\u00fcgten zum Zeitpunkt der Erhebung noch \u00fcber keine Anschlussl\u00f6sung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dieses Ergebnis ist insbesondere dem Engagement der umsetzenden Programmpartner in den Kantonen, den Berufsfachschulen und Betrieben sowie der Motivation der teilnehmenden Fl\u00fcchtlinge und vorl\u00e4ufig Aufgenommenen zu verdanken. Es best\u00e4tigt die inhaltliche und organisatorische Ausrichtung des Pilotprogramms als Vorbereitung f\u00fcr die berufliche Grundbildung.<\/p>\n<p>Rund 19% der Teilnehmenden haben den INVOL-Vorlehrvertrag vorzeitig aufgel\u00f6st. Dieser Anteil liegt in der Gr\u00f6ssenordnung der Lehrvertragsaufl\u00f6sungsquote in der beruflichen Grundbildung. Die Motive f\u00fcr die Aufl\u00f6sung sind vielf\u00e4ltig: Gesundheitliche Gr\u00fcnde, mangelhafte schulische und sprachliche Kompetenzen, der Wunsch nach einer anderen Qualifizierung oder der Beginn einer regul\u00e4ren, bezahlten Erwerbst\u00e4tigkeit.<\/p>\n<h3><strong>Ausbildungsbetriebe: Chancen bieten und neue Fachkr\u00e4fte rekrutieren<\/strong><\/h3>\n<p>Nach dem ersten Programmjahr sind das SEM und die Programmpartner bestrebt, die Integrationsvorlehre zu verbessern und sinnvoll weiterzuentwickeln. Hierzu wurden bei der Evaluation die ausbildenden Betriebe, die Berufsfachschulen sowie auch die Teilnehmenden selber befragt. Die Ergebnisse der ersten Befragung zeigen: Die Ausbildungsbetriebe zeigen sich mehrheitlich zufrieden; nur rund 5% jener Betriebe, die im ersten Ausbildungsjahr einen Platz angeboten haben, w\u00fcrden nicht mehr mitmachen. Viele jener Betriebe, die einen INVOL-Ausbildungsplatz anbieten, m\u00f6chten den gefl\u00fcchteten Personen eine Chance bieten, im Schweizer Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Viele Betriebe sehen die INVOL aber auch als Instrument zur Rekrutierung k\u00fcnftiger Lernender in EBA- und EFZ-Ausbildungen. Sie gewinnen damit neue Fachkr\u00e4fte f\u00fcr die jeweilige Branche. Die Motive der Betriebe decken sich damit weitgehend mit der Strategie des Bundesrates, wonach Schweizer Unternehmen so viele Arbeitskr\u00e4fte wie m\u00f6glich innerhalb der Schweiz rekrutieren sollen \u2013 dazu geh\u00f6ren auch Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder, die bereits hier leben.<\/p>\n<p>Verbesserungspotenzial machen die Ausbildungsfachpersonen unter anderem bei der externen Begleitung der Lernenden oder beim Erfahrungsaustausch mit anderen INVOL-Betrieben aus. Die kantonalen Daten zeigen, dass knapp zwei Drittel der INVOL-Lernenden vor Eintritt in die INVOL das Sprachniveau A2 und etwa ein Viertel das Niveau B1 erreichten. Obwohl damit die Aufnahmebedingungen gut erf\u00fcllt waren und die Lernenden im Verlauf der INVOL signifikante Fortschritte bei ihren Sprachkompetenzen erzielten, wird das gr\u00f6sste Verbesserungspotential im Bereich der Sprachf\u00f6rderung geortet. Spezifische Angebote im Rahmen der kantonalen Umsetzung der Integrationsagenda (IAS) sollen k\u00fcnftig helfen, die Kandidatinnen und \u2013Kandidaten noch besser auf die INVOL und die Berufsbildung vorzubereiten.<\/p>\n<h3><strong>Bundesrat verl\u00e4ngert Pilotprogramm bis 2023\/24<\/strong><\/h3>\n<p>Wegen des vielversprechenden Starts entschied der Bundesrat bereits Mitte Mai 2019, das INVOL-Pilotprogramm um zwei Jahre bis ins Ausbildungsjahr 2023\/24 zu verl\u00e4ngern und die Integrationsvorlehre ab 2021 auf Jugendliche und junge Erwachsene ausserhalb des Asylbereichs auszuweiten. Im Fokus stehen Personen aus EU-\/EFTA- und Drittstaaten im Familiennachzug ohne Sek. II-Abschluss und mit einem potentiellen Sozialhilferisiko. Diesen Entscheid traf der Bundesrat gemeinsam mit sechs weiteren Massnahmen zur verst\u00e4rkten F\u00f6rderung des inl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4ftepotenzials.<\/p>\n<p>Das Pilotprogramm &#8220;Integrationsvorlehre&#8221; geht auf einen Beschluss des Bundesrates im Dezember 2015 zur\u00fcck. Er hat zum Ziel, die berufliche Integration anerkannter Fl\u00fcchtlinge und vorl\u00e4ufig aufgenommener Personen nachhaltig zu verbessern. Mit einj\u00e4hrigen Integrationsvorlehren (INVOL) sollten diese Menschen zur Vorbereitung auf die berufliche Grundbildung berufsspezifische Sprachkenntnisse erwerben, die Regeln des Schweizer Arbeitsmarktes kennenlernen und sich die notwendigen schulischen sowie erste berufliche Kenntnisse aneignen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Pilotprogramm &#8220;Integrationsvorlehre&#8221; liegen erste Erkenntnisse vor: Rund zwei Drittel der Teilnehmenden fanden nach Abschluss der Integrationsvorlehre eine Lehrstelle. Sowohl die Teilnehmenden als auch die Berufsfachschulen und Betriebe sind mit dem Pilotprogramm gr\u00f6sstenteils zufrieden. Zugleich zeigen die ersten Befragungen auf, in welchen Bereichen das Pilotprogramm weiterentwickelt und verbessert werden kann<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":327804,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-327799","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/327799","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=327799"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/327799\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/327804"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=327799"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=327799"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=327799"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=327799"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=327799"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}