{"id":311262,"date":"2019-09-18T13:00:49","date_gmt":"2019-09-18T11:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=311262"},"modified":"2019-09-18T22:56:07","modified_gmt":"2019-09-18T20:56:07","slug":"die-aussichten-haben-sich-eingetruebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/die-aussichten-haben-sich-eingetruebt\/","title":{"rendered":"Die Aussichten haben sich eingetr\u00fcbt"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahresverlauf 2019 haben sich das internationale Umfeld und die Aussichten f\u00fcr die Schweizer Konjunktur verschlechtert. Die Expertengruppe prognostiziert f\u00fcr 2019 ein BIP-Wachstum von 0,8 %, f\u00fcr 2020 eines von 1,7 % (Prognose von Juni: 1,2 % respektive 1,7 %). Zu einem erheblichen Teil geht die Abw\u00e4rtsrevision 2019 allerdings auf den Effekt grosser Sportveranstaltungen zur\u00fcck, der wenig konjunkturelle Relevanz hat. Dieser akzentuiert sowohl die Abschw\u00e4chung des BIP-Wachstums 2019 als auch die Beschleunigung 2020 deutlich.*<\/p>\n<p>Von der Auslandnachfrage sind im Prognosehorizont etwas geringere Impulse zu erwarten als noch in der letzten Prognose veranschlagt; u. a. mehren sich beim wichtigen Handelspartner Deutschland die Hinweise auf ein schwaches zweites Halbjahr 2019. Darunter leiden vor allem die konjunktursensitiven Branchen der Exportwirtschaft, wie die Metall- und Maschinenindustrie. Die Aufwertung des Frankens der vergangenen Monate bremst die Ausfuhren zus\u00e4tzlich. In der Summe prognostiziert die Expertengruppe, dass die Exporte 2019 erstmals seit mehreren Jahren nur unterdurchschnittlich stark wachsen.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Binnenkonjunktur haben sich die Aussichten eingetr\u00fcbt. Aufgrund der r\u00fcckl\u00e4ufigen Auslastung ihrer Produktionskapazit\u00e4ten, der schwachen Auftragseing\u00e4nge und der grossen Unsicherheit d\u00fcrften die Unternehmen in naher Zukunft trotz g\u00fcnstiger Finanzierungsbedingungen nur zaghaft in Ausr\u00fcstungen investieren. F\u00fcr die Bauinvestitionen wird ebenfalls eine verhaltene Entwicklung prognostiziert: Steigende Leerstandsziffern und sinkende Baubewilligungen deuten zumindest im Hochbau auf eine gewisse S\u00e4ttigung des Marktes hin.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber erwartet die Expertengruppe f\u00fcr den Konsum, dass sich das moderate Wachstum der ersten Jahresh\u00e4lfte fortsetzt, getragen von der immer noch g\u00fcnstigen Lage am Arbeitsmarkt. 2019 d\u00fcrfte die Besch\u00e4ftigung solide wachsen, haupts\u00e4chlich im Dienstleistungssektor, und die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt bei tiefen 2,3 %** liegen. Dar\u00fcber hinaus st\u00fctzt die r\u00fcckl\u00e4ufige Inflation (Jahresteuerung 2019: +0,5 %) die Kaufkraft der Haushalte.<\/p>\n<p>Im kommenden Jahr d\u00fcrfte sich die Schweizer Konjunktur nur allm\u00e4hlich aufhellen. Zum einen geht die Expertengruppe davon aus, dass das weltwirtschaftliche Wachstum gegen Ende des Prognosehorizontes leicht anzieht. Sofern eine weitere erhebliche Eskalation des internationalen Handelskonflikts ausbleibt, erfahren damit auch der Welthandel und der Schweizer Aussenhandel eine gewisse Belebung. Gleichzeitig ist mit einer moderaten Erholung der Investitionst\u00e4tigkeit zu rechnen. Der private Konsum schliesslich sollte 2020 im Zuge einer weiter wachsenden Besch\u00e4ftigung und von moderaten Lohnzuw\u00e4chsen etwas an Dynamik gewinnen.<\/p>\n<p><strong>Konjunkturrisiken<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die Weltkonjunktur \u00fcberwiegen die Abw\u00e4rtsrisiken deutlich. Mit der Einf\u00fchrung weiterer Z\u00f6lle auf chinesische Konsumg\u00fcter durch die USA hat sich der internationale Handelskonflikt erneut versch\u00e4rft. Bei einer weiteren Zuspitzung w\u00e4re von einer st\u00e4rkeren Abschw\u00e4chung der Konjunktur auszugehen als in der Prognose veranschlagt.<\/p>\n<p>Die politische Unsicherheit ist weiterhin hoch, zum einen bez\u00fcglich des Brexit, zum anderen im Verh\u00e4ltnis der Schweiz mit der EU im Zusammenhang mit dem Rahmenabkommen. Ein ungeordneter Brexit h\u00e4tte erhebliche bremsende Effekte auf die europ\u00e4ische Konjunktur und damit indirekt auf die Schweiz; eine Verschlechterung des Verh\u00e4ltnisses der Schweiz mit der EU k\u00f6nnte die Standortattraktivit\u00e4t und die Investitionsbereitschaft in der Schweiz beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Angesichts der Verunsicherung sowie der fragilen Lage in einigen Schwellenl\u00e4ndern wie beispielsweise Argentinien ist das Risiko von Finanzmarktturbulenzen zuletzt angestiegen. Der Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken k\u00f6nnte ausserdem zunehmen, falls sich weitere Risiken mit erheblicher Tragweite materialisieren, mit entsprechenden bremsenden Effekten auf die Exportwirtschaft.<\/p>\n<p>Im Inland bleibt angesichts schwelender Ungleichgewichte weiterhin das Risiko einer starken Korrektur im Immobiliensektor bestehen.<\/p>\n<p>* Weiterf\u00fchrende Informationen zum Sportevent-Effekt: Medienmitteilung zum BIP im 2. Quartal, Konjunkturtendenzen Fr\u00fchjahr 2018 und Herbst 2017.<br \/>\n** F\u00fcr die Berechnung der Arbeitslosenquote wird seit Juli 2019 eine neue Basis (Anzahl Erwerbspersonen) verwendet. Die Umstellung bewirkt eine Abw\u00e4rtsrevision der Arbeitslosenquote und damit der Prognose um 0,1 Prozentpunkte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konjunkturprognose der Expertengruppe des Bundes \u2013 Herbst 2019 &#8212; Die Expertengruppe revidiert ihre Erwartungen f\u00fcr die Schweizer Konjunktur in den kommenden Quartalen leicht nach unten. Die Weltwirtschaft d\u00fcrfte sich schw\u00e4cher entwickeln als bisher angenommen, und die Unsicherheit ist gross. Das bremst die Exportwirtschaft und die Investitionen<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":307825,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,11228,1140,1412,2015],"tags":[33057],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-311262","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-ekonomi-de","category-leben-in-der-schweiz","category-newsletter-de","category-newsletter-media-de","tag-zhvillimi-ekonomik-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/311262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=311262"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/311262\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/307825"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=311262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=311262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=311262"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=311262"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=311262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}