{"id":290703,"date":"2019-07-08T16:48:14","date_gmt":"2019-07-08T14:48:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=290703"},"modified":"2019-07-08T16:48:14","modified_gmt":"2019-07-08T14:48:14","slug":"die-albanische-migration-4-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/die-albanische-migration-4-0\/","title":{"rendered":"Die albanische Migration 4.0"},"content":{"rendered":"<p>Die Geschichte der albanischen Migration, insbesondere diejenige in die Schweiz, wurde bislang kaum untersucht. Ein neues Ph\u00e4nomen stellt zudem die Migration junger Albaner mit westlicher Staatsb\u00fcrgerschaft in Richtung Schweiz dar. Es ist jedoch wichtig, dass die Vergangenheit der albanischen Migration wissenschaftlich fundiert dokumentiert und diese Aufgabe nicht Einzelpersonen \u00fcberlassen wird, die diese Rolle f\u00fcr sich beanspruchen, um gleichzeitig Gesch\u00e4fte mit Fotoalben und Pseudopers\u00f6nlichkeiten an Veranstaltungen und Partys in der Diaspora zu machen. Die Diaspora ist ein \u00e4usserst interessantes Untersuchungsobjekt f\u00fcr Forschende, Migrationshistoriker, Soziologen, Anthropologen, Linguisten und nicht zuletzt auch Ethnologen, die aus der albanischen Migration hervorgegangen und vom westlichen Forschungsgeist gepr\u00e4gt sind.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sollte man daran erinnern, dass die albanische Migration in die Schweiz inzwischen \u00fcber ein halbes Jahrhundert alt ist und sich in drei historische Wellen unterteilen l\u00e4sst. Nicht selten trifft man beispielsweise Menschen der ersten Generation, die in den 1960er Jahren bzw. nach dem Abkommen zwischen der Schweiz und dem ehemaligen Jugoslawien in die Schweiz emigrierten. Hierbei handelt es um Auswanderer, die mehrheitlich aus unterentwickelten Gebieten stammen und in der Schweizer Landwirtschaft, im Baugewerbe sowie in der Hotellerie Arbeit fanden.<\/p>\n<p>In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts folgte die zweite Auswanderungswelle &#8211; vorwiegend wirtschaftlicher Natur. Im Wesentlichen bestand sie aus jungen M\u00e4nnern aus ruralen Gebieten, die sich f\u00fcr die Migration in die Schweiz entschieden, um die sozio\u00f6konomische Realit\u00e4t ihrer Familien in der Heimat zu verbessern. Diese Gastarbeiter haben in der Schweiz gearbeitet und gelebt, zuerst mit dem Saisonstatus &#8220;A&#8221;, danach konnten sie nach vier Jahren die Aufenthaltsbewilligung &#8220;B&#8221; erwerben, um Anrecht auf Familiennachzug zu bekommen. Die dritte Welle albanischer Migration umfasste neben Gastarbeitern vor allem Asylsuchende und Fl\u00fcchtlinge, die vor dem Krieg in die Schweiz geflohen sind. Diese letztgenannte Welle hatte eine massive und schnelle Zunahme der albanischen Bev\u00f6lkerung in der Schweiz zur Folge.<\/p>\n<p>Nun sind wir Zeugen der albanischen Migration 4.0 bzw. eines neuen Ph\u00e4nomens: die albanische Re-Migration aus den Mitgliedstaaten der Europ\u00e4ischen Union in die Schweiz, da die bilateralen Abkommen es den B\u00fcrgern beider Seiten erlauben, in den anderen L\u00e4ndern zu arbeiten und sich frei zu bewegen. Diese \u00c4nderung erm\u00f6glicht es auch Albanern, die EU-Staatsb\u00fcrger sind, in L\u00e4nder wie die Schweiz einzuwandern, um von der hiesigen Lebensqualit\u00e4t, aber auch von den sozioberuflichen M\u00f6glichkeiten der Schweiz zu profitieren Und, warum nicht, in der N\u00e4he ihrer Verwandten zu sein. Es ist nat\u00fcrlich zu hoffen, dass ihr Motto die Anbindung an das Schweizer Leistungssystem ist. Dieser neue Zustrom wird zwangsl\u00e4ufig Auswirkungen auf die demografische Struktur der Albaner in der Schweiz haben, aber auch auf die neuen Minderheitennetze, die dadurch entstehen werden. Mit der Vernetzung zwischen den L\u00e4ndern Europas werden m\u00f6glicherweise eines Tages auch die Herkunftsl\u00e4nder an der gleichen Dynamik der Freiz\u00fcgigkeit beteiligt sein. Aber das wird freilich nicht gerade morgen passieren. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr kennen wir alle.<\/p>\n<p>Das Engagement eines besseren Verstehens der albanischen Migration 4.0 wird seitens des Redaktionsteams von Albinfo in dieser Ausgabe durch die Analyse und die Daten von Blerim Shabani veranschaulicht, gefolgt von einer Reihe von Portr\u00e4ts und Berichten von Albanerinnen und Albanern, die sich\u00a0 entschieden haben, mit ihren Familien in der Schweiz zu leben.<\/p>\n<p>Wir w\u00fcnschen eine angenehme Lekt\u00fcre!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun sind wir Zeugen der albanischen Migration 4.0 bzw. eines neuen Ph\u00e4nomens: die albanische Re-Migration aus den Mitgliedstaaten der Europ\u00e4ischen Union in die Schweiz, da die bilateralen Abkommen es den B\u00fcrgern beider Seiten erlauben, in den anderen L\u00e4ndern zu arbeiten und sich frei zu bewegen<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":275071,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3908,1133],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-290703","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-meinungen","category-e-diaspora-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/290703","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=290703"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/290703\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/275071"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=290703"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=290703"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=290703"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=290703"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=290703"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}