{"id":234999,"date":"2018-12-07T22:47:00","date_gmt":"2018-12-07T21:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=234999"},"modified":"2018-12-07T22:47:00","modified_gmt":"2018-12-07T21:47:00","slug":"individuelle-praemienverbilligung-beitrag-der-kantone-sinkt-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/individuelle-praemienverbilligung-beitrag-der-kantone-sinkt-weiter\/","title":{"rendered":"Individuelle Pr\u00e4mienverbilligung: Beitrag der Kantone sinkt weiter"},"content":{"rendered":"<p>Der Bericht zeigt, dass die Beitr\u00e4ge zur individuellen Pr\u00e4mienverbilligung (IPV) weniger rasch steigen als die Pr\u00e4mien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Faktisch bedeutet dies, dass die Pr\u00e4mien das Budget von Haushalten in bescheidenen wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnissen immer mehr belasten. Haushalte mit Kindern sind st\u00e4rker betroffen als diejenigen ohne Kinder. 2017 entsprach die durchschnittliche finanzielle Belastung durch die Krankenversicherung 14% des verf\u00fcgbaren Einkommens aller Haushalte in allen Kantonen. 2014 belief sich diese Belastung noch auf 12%. Sie ist am tiefsten im Kanton Zug (7%) und am h\u00f6chsten in den Kantonen Jura und Basel-Landschaft (18%).<\/p>\n<p>Das Monitoring zeigt zudem, dass die IPV vor allem den \u00e4rmsten 30% der Haushalte zugutekommt. Das ist auch die Bev\u00f6lkerungsgruppe, die am meisten medizinische Leistungen zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) bezieht. Einelternfamilien sind die Familienform, die am meisten von der IPV profitiert. Umgekehrt tragen die wohlhabendsten Haushalte naturgem\u00e4ss am meisten zur IPV bei, insbesondere \u00fcber die Steuern. Sie beziehen auch weniger medizinische Leistungen zulasten der OKP als die anderen sozialen Bev\u00f6lkerungsschichten. Das System der obligatorischen Krankenpflegeversicherung erzielt somit, insbesondere via IPV und Steuern, einen bedeutenden Umverteilungseffekt zugunsten der \u00e4rmsten Haushalte.<\/p>\n<p><strong>Sehr unterschiedliche Situationen je nach Kanton<\/strong><\/p>\n<p>Die Kantone handhaben die IPV unterschiedlich, und zwar sowohl bez\u00fcglich der H\u00f6he ihrer Beitr\u00e4ge als auch hinsichtlich der durchschnittlichen Verbilligung pro Bez\u00fcger. Die Beitr\u00e4ge pro Einwohner schwanken zwischen 372 Franken (Nidwalden) und 991 Franken (Basel-Stadt). Der Anteil der Bez\u00fcgerinnen und Bez\u00fcger liegt zwischen 19% (Luzern) und 35% (Schaffhausen).<\/p>\n<p>Im Durchschnitt haben die Kantone 42% der Kosten \u00fcbernommen. Gegen\u00fcber 2014 sank ihr Beitrag somit um gut 2% und gegen\u00fcber 2010 sogar um fast 9%. Die IPV ist am h\u00f6chsten pro Haushalt im Kanton Graub\u00fcnden, gefolgt von den Kantonen Zug, Tessin, Waadt und Basel-Stadt. Am tiefsten ist die IPV im Kanton Appenzell Innerrhoden.<\/p>\n<p>Individuelle Pr\u00e4mienverbilligung und Monitoring<\/p>\n<p>Die individuelle Pr\u00e4mienverbilligung (IPV) wurde 1996 gleichzeitig mit dem Inkrafttreten des Krankenversicherungsgesetzes KVG eingef\u00fchrt und soll Personen in bescheidenen wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnissen finanziell entlasten. Die IPV wird vom Bund und den Kantonen ausgerichtet.<\/p>\n<p>Seit der Neugestaltung des Finanzausgleichs (2008) betr\u00e4gt der Bundesbeitrag an die Pr\u00e4mienverbilligung fix 7,5 Prozent der Bruttokosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) und wird anhand ihrer Wohnbev\u00f6lkerung an die Kantone aufgeteilt. Die Kantone erg\u00e4nzen diesen Bundesbeitrag durch eigene Mittel und sind daf\u00fcr verantwortlich, dass die Versicherten in bescheidenen wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnissen Pr\u00e4mienverbilligung erhalten. In der Ausgestaltung der IPV sind sie frei.<\/p>\n<p>Das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit f\u00fchrt alle drei bis vier Jahre ein Monitoring zur sozialpolitischen Wirksamkeit der Pr\u00e4mienverbilligung durch. Dabei werden die Pr\u00e4mienverbilligung und die verbleibende Pr\u00e4mienbelastung f\u00fcr insgesamt sieben Modellhaushalte analysiert, welche wichtige Zielgruppen der Pr\u00e4mienverbilligung repr\u00e4sentieren. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise alleinstehende Rentnerinnen, Paare mit zwei Kindern, Alleinerziehende mit zwei Kindern oder auch junge Erwerbst\u00e4tige.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zahl der Bez\u00fcgerinnen und Bez\u00fcger von individuellen Verbilligungen der Krankenkassenpr\u00e4mien belief sich 2017 auf rund 2,2 Millionen, was 26% der Schweizer Bev\u00f6lkerung entspricht. Bund und Kantone haben 2017 zusammen eine Summe von 4,5 Milliarden Franken entrichtet, wobei der Beitrag der Kantone seit 2014 weiter gesunken ist. Obwohl die durchschnittliche finanzielle Belastung der Haushalte zugenommen hat, erzielt das System der obligatorischen Krankenpflegeversicherung insgesamt einen bedeutenden Umverteilungseffekt zugunsten der \u00e4rmsten Haushalte. Das geht aus dem letzten Monitoring des Bundesamtes f\u00fcr Gesundheit (BAG) zur individuellen Pr\u00e4mienverbilligung hervor<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":235000,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-234999","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/234999","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=234999"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/234999\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/235000"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=234999"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=234999"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=234999"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=234999"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=234999"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}