{"id":231275,"date":"2018-11-25T11:00:31","date_gmt":"2018-11-25T10:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=231275"},"modified":"2020-05-26T00:10:01","modified_gmt":"2020-05-25T22:10:01","slug":"ein-schweizer-archaeologe-mit-der-mission-antike-albanien-zu-erforschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/ein-schweizer-archaeologe-mit-der-mission-antike-albanien-zu-erforschen\/","title":{"rendered":"Ein schweizer Arch\u00e4ologe mit der Mission, antike Albanien zu erforschen"},"content":{"rendered":"<p>Der Schweizer Arch\u00e4ologe, Dr. Christian Zindel bereist Albanien regelm\u00e4ssig seit 1988. 1999 bis 2003 arbeitete er als Aussenstellenleiter der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in Tirana, 2004 bis 2008 war er jeden Sommer in den albanischen Alpen mit GPS und Karte unterwegs und verfasste den Wanderf\u00fchrer &#8220;Nordalbanien, Thethi und Kelmend&#8221;.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.2-wanderfuehrer-cover1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-231258 size-large\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.2-wanderfuehrer-cover1-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.2-wanderfuehrer-cover1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.2-wanderfuehrer-cover1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.2-wanderfuehrer-cover1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.2-wanderfuehrer-cover1-528x396.jpg 528w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.2-wanderfuehrer-cover1-133x100.jpg 133w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.2-wanderfuehrer-cover1-233x175.jpg 233w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.2-wanderfuehrer-cover1.jpg 1767w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>\u00abWanderf\u00fchrer, Nordalbanien\u00bb, in drei Sprachen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Albinfo.ch: Seit wann sind Sie in Kontakt mit Albanien und wie ist dazu gekommen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Christian Zindel:<\/strong> Als Arch\u00e4ologe interessiere ich mich besonders f\u00fcr sogenannte Peripherkulturen (Etrusker, Sikuler, Skythen etc.), die zwar von den klassischen griechischen und r\u00f6mischen Hochkulturen beeinflusst wurden, aber stets einen markanten Eigenanteil im Stil und in den Aussagen ihrer k\u00fcnstlerischen \u00c4usserungen beibehielten. Zu diesen Peripherkulturen werden auch die Illyrer gez\u00e4hlt, die seit Urzeiten im heutigen Albanien siedelten. Als 1988 erstmals im Ausland (in Hildesheim) eine arch\u00e4ologische Ausstellung zu den Illyrern realisiert wurde, besuchte ich im Herbst jenes Jahres erstmals das noch weitgehend abgeschottete Albanien, organisierte danach in Basel einen Volkshochschulkurs und eine Studienreise in dieses touristisch weitgehend unerschlossene Land. Seither habe ich mit kleineren und gr\u00f6sseren Abst\u00e4nden immer wieder Albanien bereist, von 1999 bis 2003 lebte ich in Tirana. Entscheidend f\u00fcr den weiteren intensiven Kontakt war ein Zufall, dass ich n\u00e4mlich schon auf meiner ersten Reise einen Berufskollegen in Shkodra kennenlernte, mit dem ich bis heute freundschaftlich verbunden bin.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/lrgj.6.-stadtmauer-von-antigoneia.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-231267 size-large\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/lrgj.6.-stadtmauer-von-antigoneia-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/lrgj.6.-stadtmauer-von-antigoneia-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/lrgj.6.-stadtmauer-von-antigoneia-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/lrgj.6.-stadtmauer-von-antigoneia-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/lrgj.6.-stadtmauer-von-antigoneia-528x396.jpg 528w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/lrgj.6.-stadtmauer-von-antigoneia-133x100.jpg 133w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/lrgj.6.-stadtmauer-von-antigoneia-233x175.jpg 233w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Stadtmauer von Antigoneia (Foto: Christian Zindel)<\/strong><\/p>\n<p>Welches waren Ihre wichtigsten arch\u00e4ologischen T\u00e4tigkeiten in Albanien?<\/p>\n<p>In den ersten Jahren nach der Wende von 1991 herrschten Chaos, Armut und Not in Albanien, f\u00fcr arch\u00e4ologische Ausgrabungen war kein Geld vorhanden. Mein Freund Bashkim organisierte 1993 eine Notgrabung in Bushati (Shkodra) mit arbeitslosen Arbeitern, die von der Caritas bezahlt wurden. Er bat mich als Privatperson um Hilfe, weil er keine Ger\u00e4te f\u00fcr die Vermessung und die fotografische Dokumentation zur Verf\u00fcgung hatte. Dieser \u00abinoffizielle\u00bb Einsatz f\u00f6rderte eine illyrische Befestigung des sp\u00e4ten 3. Jahrhunderts v.Chr. zutage, die wohl als vorgeschobene Festung von Shkodra gedient hatte. Weil unsere Mittel sehr beschr\u00e4nkt waren und der Ort auch als Panzer\u00fcbungsplatz benutzt wurde, konnten wir nur den Verlauf der Befestigungsmauer dokumentieren. Im letzten Jahr ist diese Ausgrabung von einem anderen Kollegen wieder aufgenommen worden.<\/p>\n<p>Eine zweite Ausgrabung, ein offizielles Joint Venture zwischen der Universit\u00e4t Genf und dem Arch\u00e4ologischen Institut, begann 2007 in Orikos, im hintersten Teil der Bucht von Vlora. Dieser Milit\u00e4rhafen wurde von Iulius Caesar in seinem \u00abB\u00fcrgerkrieg\u00bb detailliert beschrieben. Wir profitierten davon, dass der Milit\u00e4rsperrbezirk der benachbarten albanischen Marinebasis Pashaliman teilweise aufgehoben wurde. Wir legten mehrere Teile der antiken und byzantinischen Stadtmauer auf dem Siedlungsh\u00fcgel frei, und stellten fest, dass der halbrunde Bau an der Ostseite nicht wie bisher angenommen, als Theater, sondern als eine ausgekl\u00fcgelte wassertechnische Anlage gedeutet werden muss. Die Ausgrabungen dauern an und sind f\u00fcr Touristen zug\u00e4nglich. Wir hoffen, dass der jetzige Status als regionaler arch\u00e4ologischer Park erweitert und auch die Lagune mit ihrer einzigartigen Flora und Fauna zum gesch\u00fctzten Naturpark erkl\u00e4rt werden kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.4.-lezha-stadttor.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-231264 size-large\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.4.-lezha-stadttor-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.4.-lezha-stadttor-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.4.-lezha-stadttor-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.4.-lezha-stadttor-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.4.-lezha-stadttor-528x396.jpg 528w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.4.-lezha-stadttor-133x100.jpg 133w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.4.-lezha-stadttor-233x175.jpg 233w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.4.-lezha-stadttor.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Lezha, Stadttor (Foto: Christian Zindel)<\/strong><\/p>\n<p>Weil ich inzwischen Albanien kreuz und quer mit dem besonderen Interesse f\u00fcr die antike Vergangenheit bereist hatte, reifte die Idee zum konkreten Projekt, einen touristischen Arch\u00e4ologief\u00fchrer f\u00fcr ganz Albanien zu schreiben. Zusammen mit drei Kollegen publizierten wir Anfang 2018 im B\u00f6hlau Verlag (Wien) ein reich illustriertes Buch, das alle wichtigen Fundst\u00e4tten beschreibt. Nat\u00fcrlich nehmen hier die touristischen Hotspots wie Butrint, Apollonia, Antigoneia, Durr\u00ebs, Berat, die Region um den Ohrid-See oder die Via Egnatia einen besonders breiten Platz ein.<\/p>\n<p>Sind Sie weiterhin in Albanien engagiert? In welchen Bereichen?<\/p>\n<p>1999 haben wir den Verein ARSIMI gegr\u00fcndet, der albanischsprachige Bildungsinstitutionen unterst\u00fctzt, und dies nicht nur in Albanien, sondern auch in Kosova, Mazedonien und der Schweiz. So haben wir z.B. in Nordalbanien f\u00fcr verschiedene Schulh\u00e4user dringend notwendige Renovationen erm\u00f6glicht, und wir versorgen seit vielen Jahren die Kunstuniversit\u00e4t Tirana mit Fachb\u00fcchern, welche f\u00fcr die Bibliothek sonst unerschwinglich w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Vier Jahre von 1999 bis 2003 arbeitete ich als Aussenstellenleiter der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in Tirana und unterst\u00fctzte im Rahmen der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit ca. 250 albanische Kulturprojekte im ganzen Land. Ein betr\u00e4chtlicher Teil dieser Projekte war auch f\u00fcr die Entwicklung des Tourismus in Albanien wichtig, beispielsweise das Theaterfestival im antiken Theater von Butrint, das erste internationale Jazzfestival in Tirana oder die in der Kunstszene stark beachteten internationalen Kunst-Biennalen in Tirana.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.3-baptisterium-in-butrint-foto-ilir-gjipali.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-231261 size-large\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.3-baptisterium-in-butrint-foto-ilir-gjipali-1024x694.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.3-baptisterium-in-butrint-foto-ilir-gjipali-1024x694.jpg 1024w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.3-baptisterium-in-butrint-foto-ilir-gjipali-300x203.jpg 300w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.3-baptisterium-in-butrint-foto-ilir-gjipali-768x520.jpg 768w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.3-baptisterium-in-butrint-foto-ilir-gjipali-210x141.jpg 210w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.3-baptisterium-in-butrint-foto-ilir-gjipali-584x396.jpg 584w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.3-baptisterium-in-butrint-foto-ilir-gjipali-148x100.jpg 148w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.3-baptisterium-in-butrint-foto-ilir-gjipali-258x175.jpg 258w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.3-baptisterium-in-butrint-foto-ilir-gjipali.jpg 1694w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Baptiserium in Butrint (Foto: Ilir Gjipali)<\/strong><\/p>\n<p>Welche Tourismus- Projekte sind daraus entstanden?<\/p>\n<p>Immer mehr bin ich der \u00dcberzeugung, dass vor allem eine \u00absanfte\u00bb, nachhaltige Tourismus-Entwicklung \u2013 im Gegensatz zum Massentourismus an den Badestr\u00e4nden \u2013 gef\u00f6rdert werden muss. Dazu geh\u00f6ren Nischen wie der Wandertourismus oder eben der Kulturtourismus. W\u00fcnschbar sind auch Infrastrukturen f\u00fcr Canyoning, Paragliding, Climbing sowie verschiedene Wintersportarten (Skilaufen, Langlauf, Schneeschuh-Touren etc.), welche eine enorme In-Wert-Setzung besonders f\u00fcr das bergige Nordalbanien bedeuten w\u00fcrden. Um den Wandertourismus anzuschieben ver\u00f6ffentlichte ich 2008 zusammen mit Barbara Hausammann einen Wanderf\u00fchrer f\u00fcr Nordalbanien, der kurz darauf ins Englische und ins Albanische \u00fcbersetzt wurde. Er beschreibt kleinere und gr\u00f6ssere Wandertouren in den nordalbanischen Alpen, die wir alle selber abgelaufen sind. Das Hauptziel war, die Landflucht in diesen damals sehr abgelegenen Bergt\u00e4lern im Norden zu stoppen und den Verbleib in dieser Gegend attraktiver zu machen. Der Erfolg war erstaunlich: Dank der finanziellen Unterst\u00fctzung, mit der die H\u00e4user \u00abtouristentauglich\u00bb gemacht wurden, und mit der systematischen Erfassung von privaten \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten gelang es, diese Bergd\u00f6rfer zumindest im Sommer wieder zu bev\u00f6lkern, die geschlossenen Schulh\u00e4user wieder zu aktivieren und f\u00fcr die R\u00fcckkehrer ein betr\u00e4chtliches Zusatzeinkommen zu generieren.<\/p>\n<p>Den Kulturtourismus praktiziere ich selber seit 1987 als Organisator und Leiter von Gruppenreisen durch ganz Albanien, f\u00fcr spezielle Gruppen nehmen wir auch Bergwanderungen ins Programm auf. Ich f\u00fchrte zahlreiche Gruppen zu den kulturellen Sehensw\u00fcrdigkeiten Albaniens, und immer wieder h\u00f6re ich: \u00abDas Land ist so wundersch\u00f6n, ich komme bestimmt wieder!\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.-5.-orikos-wassersammelanlage-foto-barbara-hausammann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-231255 size-large\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.-5.-orikos-wassersammelanlage-foto-barbara-hausammann-1024x713.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"446\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.-5.-orikos-wassersammelanlage-foto-barbara-hausammann-1024x713.jpg 1024w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.-5.-orikos-wassersammelanlage-foto-barbara-hausammann-300x209.jpg 300w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.-5.-orikos-wassersammelanlage-foto-barbara-hausammann-768x535.jpg 768w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.-5.-orikos-wassersammelanlage-foto-barbara-hausammann-569x396.jpg 569w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.-5.-orikos-wassersammelanlage-foto-barbara-hausammann-144x100.jpg 144w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.-5.-orikos-wassersammelanlage-foto-barbara-hausammann-251x175.jpg 251w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.-5.-orikos-wassersammelanlage-foto-barbara-hausammann.jpg 1250w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Orikos Wassersamelanlage (Foto: Barbara Hausammann)<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6nnen Sie uns noch etwas mehr \u00fcber den Inhalt Ihres neuen Arch\u00e4ologief\u00fchrers sagen?<\/p>\n<p>In dem 580 Seiten starken Buch beschreiben wir auf mehr als 450 Seiten rund 150 arch\u00e4ologische Fundst\u00e4tten, Museen und andere Sehensw\u00fcrdigkeiten, welche die ganze vor-staatliche Geschichte Albaniens (also von der Steinzeit bis 1912) betreffen. Das Ganze ist illustriert mit 104 Pl\u00e4nen und 100 farbigen Abbildungen. Ein kurzes Kapitel, das eher f\u00fcr Fachleute gedacht, aber allgemeinverst\u00e4ndlich geschrieben ist, besch\u00e4ftigt sich mit der arch\u00e4ologischen Forschungsgeschichte bis in die Gegenwart, und auf ca. 50 Seiten wird dann in einem Gesamt\u00fcberblick die Geschichte und die Kulturgeschichte auf dem Gebiet des heutigen Albanien behandelt. Im Glossar werden die Fachausdr\u00fccke kurz erkl\u00e4rt, und ein Verzeichnis mit weiterf\u00fchrender Literatur sowie ein Sach- und Personenregister schliessen den Band ab. Die vier Autoren Bashkim Lahi, Andreas Lippert, Machiel Kiel und ich kennen Albanien sehr gut, und alle sind von diesem Land fasziniert. Das Besondere am Konzept unseres Gemeinschaftswerkes besteht sicherlich darin, dass die osmanische Zeit, die h\u00e4ufig stiefm\u00fctterlich dargestellt wird, nahtlos und gleichberechtigt eingebunden ist.<\/p>\n<p>Was w\u00e4re weiter zu tun auf dem Gebiet des Wander- und des Kulturtourismus?<\/p>\n<p>Auf dem Gebiet des Wandertourismus ist weiterhin Barbara Hausammann aktiv, sie markierte Dutzende neuer Wanderwege und zeichnet sie mit GPS auf. Von offizieller Seite wird diese aufwendige Arbeit viel zu wenig gesch\u00e4tzt, alle Spesen werden von privaten Spendern getragen. F\u00fcr den Tourismus sehr n\u00fctzlich w\u00e4re auch eine Zusammenstellung der historischen Verkehrswege Albaniens, bis jetzt ist nur die Via Egnatia im Shkumbin-Tal erforscht und als Wanderweg erschlossen. Nur schon in Nordalbanien gibt es Dutzende von alten Verbindungswegen von Tal zu Tal, auf denen vor dem motorisierten Zeitalter der Br\u00e4utigam seine Braut besuchte. Die Kenntnis dieser alten Wege geht verloren, diejenigen, die diese Wege gegangen sind, sterben aus. Meines Wissens existiert noch kein albanischer Verein, der sich die Kartierung der historischen Verkehrswege zum Ziel gesetzt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Im Bereich Kultur m\u00fcssten endlich einmal in den Museen alle Erkl\u00e4rungen zu den Exponaten mindestens auch auf Englisch \u00fcbersetzt werden. Im Museum von Butrint ist dies schon geschehen, aber dort war letztes Jahr bei unserem Besuch mindestens die H\u00e4lfte der Vitrinenlampen kaputt, der Besucher musste sich die interessante Ausstellung im Halbdunkel anschauen. Auch die Erl\u00e4uterungen an Ort und Stelle, z.B. an weniger bekannten Fundorten wie Kap Rodon oder Peqin, lassen zu w\u00fcnschen \u00fcbrig oder fehlen g\u00e4nzlich. Mit anderen Worten: Ich w\u00fcnsche mir Fortschritte in der didaktischen Aufbereitung, der Pr\u00e4sentation und der Wartung der reichen Kultursch\u00e4tze Albaniens.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.1-archaeologiefuehrer1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-231273\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.1-archaeologiefuehrer1.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.1-archaeologiefuehrer1.jpg 1095w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.1-archaeologiefuehrer1-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.1-archaeologiefuehrer1-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.1-archaeologiefuehrer1-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.1-archaeologiefuehrer1-264x396.jpg 264w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.1-archaeologiefuehrer1-67x100.jpg 67w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/legj.1-archaeologiefuehrer1-117x175.jpg 117w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><strong>Arch\u00e4ologief\u00fchrer: Albanien<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>In dem 580 Seiten starken Buch beschreiben wir auf mehr als 450 Seiten rund 150 arch\u00e4ologische Fundst\u00e4tten, Museen und andere Sehensw\u00fcrdigkeiten, welche die ganze vor-staatliche Geschichte Albaniens (also von der Steinzeit bis 1912) betreffen. Das Ganze ist illustriert mit 104 Pl\u00e4nen und 100 farbigen Abbildungen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Ein Wanderf\u00fchrer mit Mission <\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Um den Wandertourismus anzuschieben ver\u00f6ffentlichte ich 2008 zusammen mit Barbara Hausammann einen Wanderf\u00fchrer f\u00fcr Nordalbanien, der kurz darauf ins Englische und ins Albanische \u00fcbersetzt wurde. Er beschreibt kleinere und gr\u00f6ssere Wandertouren in den nordalbanischen Alpen, die wir alle selber abgelaufen sind. Das Hauptziel war, die Landflucht in diesen damals sehr abgelegenen Bergt\u00e4lern im Norden zu stoppen und den Verbleib in dieser Gegend attraktiver zu machen. Der Erfolg war erstaunlich.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In ein Interview f\u00fcr albinfo.ch, Dr. Zindel schildert unter anderem seine Erfahrungen mit arch\u00e4ologischen Ausgrabungen in Albanien<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":231270,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10649,9411,1129,1138,2234],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-231275","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-albanien","category-albanien-jenseits-des-meeres","category-ch-balkan","category-kultur","category-dossier-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/231275","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=231275"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/231275\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/231270"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=231275"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=231275"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=231275"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=231275"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=231275"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}