{"id":223219,"date":"2018-10-17T22:40:13","date_gmt":"2018-10-17T20:40:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=223219"},"modified":"2018-10-17T22:40:13","modified_gmt":"2018-10-17T20:40:13","slug":"menschen-mit-autismus-sollen-besser-integriert-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/menschen-mit-autismus-sollen-besser-integriert-werden\/","title":{"rendered":"Menschen mit Autismus sollen besser integriert werden"},"content":{"rendered":"<p>Der Bundesrat beabsichtigt, Menschen mit Autismus-Spektrum-St\u00f6rungen (ASS) so zu f\u00f6rdern, dass sie am gesellschaftlichen Leben m\u00f6glichst umfassend teilnehmen k\u00f6nnen. Er hat dazu drei Schwerpunkte festgelegt: Fr\u00fcherkennung und Diagnostik, Beratung und Koordination sowie Fr\u00fchintervention.<\/p>\n<p>Mit einer fr\u00fchzeitigen, korrekten Diagnose durch Fachspezialisten k\u00f6nnen angemessene F\u00f6rdermassnahmen ergriffen werden. Falsch gestellte Diagnosen respektive Fehlbehandlungen k\u00f6nnen damit vermieden werden. Nach der Diagnose sollen die betroffenen Familien Beratung und Begleitung erhalten. Die verschiedenen Behandlungen und weiteren Angebote m\u00fcssen koordiniert werden. Besonders bei schwierigen Wechseln, z.B. von einer Schulstufe zur n\u00e4chsten oder von der Schule in die Ausbildung und sp\u00e4ter ins Erwerbsleben, sollen Menschen mit ASS m\u00f6glichst von den gleichen Personen unterst\u00fctzt werden, damit die Kontinuit\u00e4t gew\u00e4hrleistet bleibt und R\u00fcckschl\u00e4ge oder Stellenverluste in der Arbeitswelt vermieden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss neueren Forschungen ist bei fr\u00fchkindlichem Autismus eine fr\u00fchzeitige, intensive Behandlung am erfolgversprechendsten. Vergleiche mit dem Ausland zeigen, dass dank dieser intensiven Therapie im fr\u00fchen Kindesalter nicht nur die Integration verbessert, sondern auch Belastungen der \u00f6ffentlichen Hand reduziert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zust\u00e4ndigkeiten klar definieren<\/p>\n<p>Um diese Ziele zu erreichen, soll den sehr verschiedenen Auspr\u00e4gungen der Krankheit Rechnung getragen werden. Ber\u00fccksichtigt wird dabei auch die aktuelle Situation in der Schweiz mit vielen verschiedenen Akteuren auf Kantons- und Gemeindeebene, unterschiedlicher Versorgungsdichte, unterschiedlichen Strukturen und einem generellen Mangel an ad\u00e4quaten Angeboten.<\/p>\n<p>Der Bericht des Bundesrats h\u00e4lt f\u00fcr Bund, Kantone und Leistungserbringer fest, wof\u00fcr sie in erster Linie zust\u00e4ndig sind, und welche Massnahmen sie umsetzen sollen. Er l\u00e4dt die Kantone, Gemeinden und alle betroffenen Akteure ein, eine Auslegeordnung der heutigen Situation vorzunehmen und anhand des vorliegenden Berichtes die Umsetzung konkreter Massnahmen voranzutreiben.<\/p>\n<p>Gleichzeitig beauftragt er das Eidgen\u00f6ssische Departement des Innern (EDI), mit den Kantonen Kontakt aufzunehmen und die Umsetzung der Massnahmen anzugehen, die in der Kompetenz des Bundes liegen. Im Vordergrund stehen dabei einerseits eine gemeinsame Finanzierung der intensiven Fr\u00fchinterventionen durch die Kantone und die IV. Dabei st\u00fctzt sich der Bundesrat auf den Forschungsbericht \u00abEvaluation der Wirksamkeit der intensiven Fr\u00fchinterventionsmethoden bei fr\u00fchkindlichem Autismus\u00bb, der gleichzeitig mit dem vorliegenden Bericht ver\u00f6ffentlicht wird. Ein Pilotversuch des BSV \u00abIntensive Fr\u00fchintervention bei Kindern mit fr\u00fchkindlichem Autismus\u00bb soll die daraus gewonnenen Erkenntnisse vertiefen und noch offene Fragen kl\u00e4ren.\u00a0 Andererseits muss die Integration in eine berufliche Ausbildung und in den Arbeitsmarkt gef\u00f6rdert werden. Dies wird auch im Zusammenhang mit der Reform \u00abWeiterentwicklung der IV\u00bb unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Der vorliegende Bericht basiert auf einer ersten Untersuchung, die in Beantwortung des Postulats 12.3672 von St\u00e4nderat Claude H\u00eache \u00abAutismus und andere schwere Entwicklungsst\u00f6rungen. \u00dcbersicht, Bilanz und Aussicht\u00bb durchgef\u00fchrt wurde, und konkretisiert die darin entwickelten Empfehlungen.<\/p>\n<p><strong>Autismus-Spektrum-St\u00f6rung<\/strong><\/p>\n<p>Menschen mit einer Autismus-Spektrum-St\u00f6rung (ASS) nehmen ihre Umwelt anders wahr, als die meisten Menschen. Sie k\u00f6nnen sich nur mit M\u00fche in andere einf\u00fchlen und ad\u00e4quat mit ihnen kommunizieren. Auch k\u00f6nnen sie die Stimmung ihres Gegen\u00fcbers aus dessen Gesichtsausdruck schlecht erkennen. Sie vermeiden Kontakte und befassen sich gerne mit einem Spezialgebiet. Solche Menschen haben deshalb grosse Probleme, ihre Umwelt als sinnvolles Ganzes zu verstehen, soziale Kontakte zu kn\u00fcpfen und Lernerfolge zu erzielen.<\/p>\n<p>Autismus-Spektrum-St\u00f6rungen sind tiefgreifende Entwicklungsst\u00f6rungen, die sich h\u00e4ufig bereits im fr\u00fchen Kindesalter manifestieren und lebenslang andauern (z.B. fr\u00fchkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom oder atypischer Autismus). Die Krankheit \u00e4ussert sich in sehr unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen und Schweregraden. Es gibt Autistinnen und Autisten, die verbal kommunizieren und ein mehr oder weniger selbst\u00e4ndiges Leben f\u00fchren k\u00f6nnen. Anderen wird das Leben durch zus\u00e4tzliche Minderintelligenz, stark stereotype Verhaltensweisen oder auch Krankheiten wie Epilepsie, ADHS oder Verhaltensst\u00f6rungen erschwert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Menschen mit einer Autismus-Spektrum-St\u00f6rung sollen eine Schule absolvieren und einen Beruf erlernen k\u00f6nnen. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 17. Oktober 2018 einen Bericht verabschiedet, der dazu verschiedene Massnahmen vorsieht. Im Zentrum stehen eine kontinuierliche Begleitung sowie eine fr\u00fchzeitige, korrekte Diagnose. Mit einer verst\u00e4rkten Koordination sollen zudem die finanziellen Mittel besser eingesetzt warden<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":223220,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-223219","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/223219","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=223219"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/223219\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/223220"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=223219"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=223219"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=223219"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=223219"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=223219"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}