{"id":220046,"date":"2018-09-30T20:28:59","date_gmt":"2018-09-30T18:28:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=220046"},"modified":"2018-10-02T01:24:27","modified_gmt":"2018-10-01T23:24:27","slug":"mit-internationalen-strafinstitutionen-zusammenarbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/mit-internationalen-strafinstitutionen-zusammenarbeiten\/","title":{"rendered":"Mit internationalen Strafinstitutionen zusammenarbeiten"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz soll im Bereich der Rechtshilfe nicht nur mit Staaten, sondern k\u00fcnftig auch mit internationalen Strafinstitutionen unkompliziert zusammenarbeiten k\u00f6nnen. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 28. September 2018 eine entsprechende \u00c4nderung des Bundesgesetzes \u00fcber die internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG) in die Vernehmlassung geschickt.<\/p>\n<p>Das IRSG beschr\u00e4nkt die Rechtshilfe auf die Zusammenarbeit zwischen Staaten. Deshalb mussten zwei separate Gesetze f\u00fcr die Zusammenarbeit mit den Ad-Hoc-Kriegsverbrechertribunalen f\u00fcr Ex-Jugoslawien und Ruanda (1995) sowie f\u00fcr die Zusammenarbeit mit dem st\u00e4ndigen Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (2001) geschaffen werden. Gest\u00fctzt auf das Gesetz von 1995 kann der Bundesrat zwar per Verordnung die Zusammenarbeit auf weitere Tribunale ausdehnen, doch nicht alle Strafinstitutionen erf\u00fcllen die vorgesehenen Kriterien. So musste die Schweiz im Jahr 2016 wegen mangelnder Rechtsgrundlage ein Rechtshilfeersuchen des Uno-Sondertribunals f\u00fcr die Aufkl\u00e4rung des Mordes am ehemaligen libanesischen Ministerpr\u00e4sidenten Rafik Hariri ablehnen. Zudem ist dieses Gesetz bis Ende 2023 befristet.<\/p>\n<p><strong>L\u00fccke im IRSG schliessen<\/strong><\/p>\n<p>Der Bundesrat will diese L\u00fccke im IRSG schliessen, um eine umfassende und dauerhafte Zusammenarbeit mit internationalen Strafinstitutionen zu erm\u00f6glichen. Dazu z\u00e4hlen internationale Gerichte sowie andere zwischen- oder \u00fcberstaatliche Einrichtungen mit Straf-, Verfolgungs-, Untersuchungs- oder Ermittlungsfunktionen, die V\u00f6lkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verfolgen. M\u00f6glich soll auch die Zusammenarbeit mit Strafinstitutionen sein, die wie das Sondertribunal f\u00fcr Libanon andere Delikte verfolgen, sofern sie aufgrund einer f\u00fcr die Schweiz verbindlichen oder von dieser unterst\u00fctzten Uno-Resolution errichtet worden sind. Ferner soll der Bundesrat per Verordnung die Zusammenarbeit auf weitere Strafinstitutionen ausdehnen k\u00f6nnen, sofern sie auf einer klaren Rechtslage beruhen, deren Verfahren rechtsstaatliche Standards einhalten und die Zusammenarbeit der Wahrung der Interessen der Schweiz dient.<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit mit internationalen Strafinstitutionen verl\u00e4uft nicht wesentlich anders als mit Staaten. Die bew\u00e4hrten Grunds\u00e4tze und Verfahren des IRSG k\u00f6nnen deshalb sinngem\u00e4ss angewendet werden. Dies gilt namentlich f\u00fcr den Grundsatz, wonach das IRSG die Zusammenarbeit erm\u00f6glicht, aber nicht dazu verpflichtet.<\/p>\n<p>Die Vernehmlassung zur \u00c4nderung des IRSG dauert bis zum 15. Januar 2019.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz soll im Bereich der Rechtshilfe nicht nur mit Staaten, sondern k\u00fcnftig auch mit internationalen Strafinstitutionen unkompliziert zusammenarbeiten k\u00f6nnen. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 28. 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