{"id":198305,"date":"2018-05-24T15:51:51","date_gmt":"2018-05-24T13:51:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=198305"},"modified":"2018-05-29T02:09:01","modified_gmt":"2018-05-29T00:09:01","slug":"transmenschen-sollen-geschlecht-und-vornamen-unbuerokratisch-aendern-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/transmenschen-sollen-geschlecht-und-vornamen-unbuerokratisch-aendern-koennen\/","title":{"rendered":"Transmenschen sollen Geschlecht und Vornamen unb\u00fcrokratisch \u00e4ndern k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\"><\/div>\n<div class=\"mod mod-nsbnewsdetails\">\n<p>Um die Situation von Transmenschen und Menschen mit einer Geschlechtsvariante zu verbessern, will der Bundesrat die \u00c4nderung des Geschlechts und des Vornamens im Personenstandsregister vereinfachen. Personen, die innerlich fest davon \u00fcberzeugt sind, nicht dem im Personenstandsregister eingetragenen Geschlecht zuzugeh\u00f6ren, sollen Geschlecht und Vornamen mittels einer einfachen Erkl\u00e4rung \u00e4ndern k\u00f6nnen. Eine vorg\u00e4ngige medizinische Untersuchung ist nicht notwendig. Ist die betreffende Person verheiratet, bleibt die Ehe bestehen; f\u00fcr die eingetragene Partnerschaft gilt das sinngem\u00e4ss. Auch Kindesverh\u00e4ltnisse bleiben unver\u00e4ndert bestehen.<\/p>\n<p>Mit den vorgeschlagenen \u00c4nderungen passt der Bundesrat die Gesetzgebung an die spezifische Situation an, in der sich Menschen mit Transidentit\u00e4t oder Geschlechtsvariante befinden. Die Revision liegt damit auf derselben Linie wie verschiedene Reformen des Zivilgesetzbuches in den letzten Jahren, etwa im Sorge-, Unterhalts- und Adoptionsrecht. Ziel dieser Reformen ist es, das Zivilrecht auf die tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnisse und die unterschiedlichen Lebensrealit\u00e4ten der Bev\u00f6lkerung auszurichten.<\/p>\n<h3>\u00c4nderung des Register-Eintrags heute schwierig<\/h3>\n<p>Heute muss jedes Kind nach der Geburt innert drei Tagen mit seinen Familien- und Vornamen, seiner Abstammung und seinem Geschlecht beim Zivilstandsamt angemeldet werden. F\u00fcr die rund vierzig Kinder mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung, die j\u00e4hrlich in der Schweiz geboren werden, ist die heutige Regelung schwierig und h\u00e4ufig belastend: Auch wenn das medizinische Fachpersonal das Geschlecht des Neugeborenen nicht bestimmen kann, muss das Kind trotzdem mit einem m\u00e4nnlichen oder weiblichen Geschlecht beim Zivilstandsamt angemeldet werden. Das Geschlecht und der Vorname k\u00f6nnen sp\u00e4ter nur in einem administrativen oder gerichtlichen Verfahren ge\u00e4ndert werden.<\/p>\n<p>Auch Transmenschen, deren Geschlechtsidentit\u00e4t sich von dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht unterscheidet, sind mit grossen Schwierigkeiten konfrontiert. Gem\u00e4ss Hochrechnungen leben in der Schweiz 100 bis 200 Transmenschen, die bereits operiert wurden oder die eine Operation in Betracht ziehen. Bis in die j\u00fcngste Zeit konnten sie das Geschlecht im Personenstandsregister erst nach einer chirurgischen Sterilisation und einer operativen Angleichung der Geschlechtsorgane \u00e4ndern lassen. Waren sie verheiratet, mussten sie sich zudem vorher scheiden lassen. Heute wird von solchen Anforderungen zwar abgesehen. Da jedoch keine klare gesetzliche Regelung besteht, m\u00fcssen Transmenschen weiterhin hohe H\u00fcrden \u00fcberwinden: Sie m\u00fcssen die rechtliche Anerkennung der Geschlechts\u00e4nderung gerichtlich einklagen. Die Rechtspraxis ist uneinheitlich und die Verfahren werden als ungeb\u00fchrend langwierig und teuer empfunden. Deshalb m\u00f6chte der Bundesrat das Zivilgesetzbuch anpassen.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der vorgeschlagenen Gesetzesrevision pr\u00fcft der Bundesrat gegenw\u00e4rtig, ob die Ausf\u00fchrungsbestimmungen und das Personenstandsregister angepasst werden sollen, um die dreit\u00e4gige Frist f\u00fcr die Anmeldung des Geschlechts beim Zivilstandsamt zu verl\u00e4ngern, wenn das Geschlecht nicht unmittelbar nach der Geburt bestimmt werden kann. In der Vergangenheit wurden bei Kindern ohne medizinische Notwendigkeit aufgrund des gesellschaftlichen Drucks teilweise irreversible geschlechtsbestimmende Operationen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<h3>Bericht zur Frage eines dritten Geschlechts<\/h3>\n<p>Mit der vorgeschlagenen \u00c4nderung des Zivilgesetzbuches wird kein drittes Geschlecht eingef\u00fchrt. Der Bundesrat ist jedoch \u00fcberzeugt, dass sich die Schweiz mit der Frage nach der Einf\u00fchrung eines dritten Geschlechts auseinandersetzen muss. Deshalb hat er im Februar dieses Jahres die Postulate von NR Sibel Arslan (17.4121) und NR Rebecca Ruiz (17.4185), die eine solche Pr\u00fcfung fordern, zur Annahme empfohlen und sich bereit erkl\u00e4rt, zu dieser Frage einen Bericht zu erstellen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Transmenschen und Menschen mit einer Geschlechtsvariante sollen ihr Geschlecht und ihren Vornamen im Personenstandsregister k\u00fcnftig unb\u00fcrokratisch \u00e4ndern k\u00f6nnen. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 23. Mai 2018 eine entsprechende \u00c4nderung des Zivilgesetzbuches in die Vernehmlassung geschickt. Er setzt damit seine Politik fort, das Zivilrecht auf die tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnisse und Lebensrealit\u00e4ten der Menschen auszurichten<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":105030,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-198305","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/198305","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=198305"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/198305\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/105030"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=198305"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=198305"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=198305"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=198305"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=198305"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}