{"id":184192,"date":"2018-02-16T16:38:40","date_gmt":"2018-02-16T15:38:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=184192\/"},"modified":"2018-02-23T00:17:27","modified_gmt":"2018-02-22T23:17:27","slug":"muslimische-seelsorge-im-testbetrieb-zuerich-pilotprojekt-zeigt-positive-resultate","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/muslimische-seelsorge-im-testbetrieb-zuerich-pilotprojekt-zeigt-positive-resultate\/","title":{"rendered":"Muslimische Seelsorge im Testbetrieb Z\u00fcrich: Pilotprojekt zeigt positive Resultate"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Einsatz von muslimischen Seelsorgern im Asylzentrum des Bundes in der Stadt Z\u00fcrich wird sowohl von den Asylsuchenden als auch von den Mitarbeitenden und der christlichen Seelsorge positiv beurteilt. Der Bericht zur Evaluation des Pilotprojektes h\u00e4lt zudem fest, dass sich die Kriterien und Anforderungen f\u00fcr die Auswahl der muslimischen Partnerorganisationen und der Seelsorgenden bew\u00e4hrt haben. F\u00fcr einen allf\u00e4lligen Auf- und Ausbau der muslimischen Seelsorge in anderen Bundesasylzentren muss jedoch die Aus- und Weiterbildung muslimischer Seelsorgender verbessert und die Finanzierungsfrage gekl\u00e4rt werden. Im Testbetrieb Z\u00fcrich wird das Pilotprojekt bis Ende Juni 2018 verl\u00e4ngert. <\/strong><\/p>\n<p>Das seit dem 1. Juli 2016 laufende Pilotprojekt im Testbetrieb des Bundes in Z\u00fcrich wurde vom Staatssekretariat f\u00fcr Migration (SEM) in enger Zusammenarbeit mit den reformierten und katholischen Landeskirchen und dem israelitischen Gemeindebund (SIG) erarbeitet. Es sollte gepr\u00fcft werden, ob der Einsatz von muslimischen Seelsorgern einen Nutzen bringt und ob die fl\u00e4chendeckende Einf\u00fchrung in den Bundesasylzentren m\u00f6glich w\u00e4re. Mit der Umsetzung wurde die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Z\u00fcrich (VIOZ) betraut. Das Schweizerische Zentrum f\u00fcr Islam und Gesellschaft (SZIG) an der Universit\u00e4t Freiburg hat das Projekt wissenschaftlich begleitet und evaluiert.<\/p>\n<h3><strong>Mehrwert in den Asylzentren und dar\u00fcber hinaus<\/strong><\/h3>\n<p>Das SZIG h\u00e4lt in seinem Bericht fest, dass die muslimische Seelsorge aus Sicht der Asylsuchenden, der Mitarbeitenden in der Betreuung und der christlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger einen klaren Mehrwert bringt. Dieser Mehrwert zeige sich innerhalb des Asylzentrums, gehe aber \u00fcber diesen Kontext hinaus. Die muslimischen Seelsorger seien ein Br\u00fcckenbauer zwischen den Herkunftsl\u00e4ndern der Gesuchsteller und der Schweiz und vermittelten diesen ein offenes, humanistisches Verst\u00e4ndnis des Islam.<\/p>\n<p>Der Kriterienkatalog und das Anforderungsprofil f\u00fcr die Auswahl der muslimischen Partnerorganisation als auch der Seelsorgenden haben sich gem\u00e4ss dem Bericht grunds\u00e4tzlich bew\u00e4hrt. Um einen Auf- und Ausbau der muslimischen Seelsorge in den anderen Asylzentren des Bundes angehen zu k\u00f6nnen, brauche es zun\u00e4chst einen Kl\u00e4rungs- und Dialogprozess mit weiteren muslimischen Partnerorganisationen. Auch wenn diese heute noch nicht \u00fcber eine mit den Landeskirchen vergleichbare Legitimation verf\u00fcgten und sie unterschiedlich gut organisiert seien, gebe es in verschiedenen Kantonen durchaus Erfahrungen in der Kooperation zwischen staatlichen Einrichtungen, den Landeskirchen und Muslimen; auf diese k\u00f6nne zur\u00fcckgegriffen werden.<\/p>\n<h3><strong>Ziel ist ein Lehrgang f\u00fcr christliche und muslimische Seelsorgende<\/strong><\/h3>\n<p>Das Anforderungsprofil an die muslimischen Seelsorgenden decke zudem nur das absolut notwendige Fachwissen im Bereich der Seelsorge und der Religion ab. Daher m\u00fcsse zun\u00e4chst die fachliche Aus- und Weiterbildung f\u00fcr muslimische Geistliche und Seelsorgende verbessert werden. Angestrebt wird ein Lehrgang in der Schweiz, der den Fokus auf die Seelsorge, das Verh\u00e4ltnis von Kirche und Staat sowie die Interreligiosit\u00e4t legt. Er soll christlichen wie auch muslimischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern offen stehen. Die Landeskirchen begr\u00fcssen den Aufbau eines solchen Lehrganges.<\/p>\n<p>Eine offene Frage ist, wie die muslimische Seelsorge k\u00fcnftig finanziert werden k\u00f6nnte. Auf Bundesebene bestehen heute keine gesetzlichen Grundlagen f\u00fcr die \u00dcbernahme dieser Kosten. Bei der christlichen Seelsorge sind es die Landeskirchen, welche die Kosten tragen. In den Gespr\u00e4chen mit den muslimischen Organisationen hat sich jedoch gezeigt, dass diese ausser Stande sind, die Finanzierung der muslimischen Seelsorge zu sichern.<\/p>\n<h3><strong>Aktive Mitarbeit der Landeskirchen im Pilotprojekt<\/strong><\/h3>\n<p>Heute wird die seelsorgerische T\u00e4tigkeit in den Bundesasylzentren durch den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK), die Schweizer Bischofskonferenz (SBK), die Christkatholische Kirche der Schweiz (CKS) und den Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) in Zusammenarbeit mit den kantonalen Landeskirchen erbracht. Diese Organisationen haben 2002 mit dem damaligen Bundesamt f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge (heute SEM) die \u201eRahmenvereinbarung f\u00fcr die regionalen Seelsorgedienste in den Empfangsstellen f\u00fcr Asylsuchende&#8221; abgeschlossen. Die Landeskirchen haben viel Arbeit beim Aufbau des Pilotprojektes f\u00fcr die muslimische Seelsorge geleistet und sind an der Weiterentwicklung der Seelsorge im interreligi\u00f6sen und muslimischen Kontext interessiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das seit dem 1. Juli 2016 laufende Pilotprojekt im Testbetrieb des Bundes in Z\u00fcrich wurde vom Staatssekretariat f\u00fcr Migration (SEM) in enger Zusammenarbeit mit den reformierten und katholischen Landeskirchen und dem israelitischen Gemeindebund (SIG) erarbeitet<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":184190,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-184192","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/184192","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=184192"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/184192\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/184190"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=184192"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=184192"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=184192"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=184192"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=184192"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}