{"id":180069,"date":"2018-01-21T12:30:59","date_gmt":"2018-01-21T11:30:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=180069\/"},"modified":"2020-05-26T00:28:34","modified_gmt":"2020-05-25T22:28:34","slug":"die-albanische-diaspora-benoetigt-ein-strukturalisierung-und-zentralisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/die-albanische-diaspora-benoetigt-ein-strukturalisierung-und-zentralisierung\/","title":{"rendered":"Die albanische Diaspora ben\u00f6tigt ein Strukturalisierung und Zentralisierung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gespr\u00e4ch mit Journalistin Mimoza Kelmendi, Direktorin f\u00fcr Media und Kommunikation in der Gesellschaft IDEAL in Deutschland.<\/strong><\/p>\n<p><b>albinfo.ch:\u00a0<\/b>Frau Kelmendi, Sie waren Moderatorin eines von mehreren Paneelen, welche am Tag des Dialogs der Diaspora in K\u00f6ln stattfanden.\u00a0 Wie konzipierten Sie die Teilnahme der geladenen G\u00e4ste und was war das generelle Ziel dieses Paneels?<\/p>\n<p><strong>Mimoza Kelmendi:<\/strong> Nat\u00fcrlich war der Sinn der Veranstaltung, miteinander als Individuen, als Gesellschaft oder als Institution zu kommunizieren bzw. diskutieren, damit unser Diaspora eine Br\u00fccke der Zusammenarbeit mit unseren L\u00e4ndern wird. Das Paneel in seiner Gesamtheit diente als Stimme der Diaspora, vertreten durch einige erfahrene Verb\u00e4nde und Gesellschaften sowie Individuen, welche in verschiedenen Bereichen erfolgreich geworden sind. Das Ziel war es, anhand eigener Erfahrungen, positive wie negative, ihren Weg zum Erfolg zu schildern. Sie erkl\u00e4rten auch die Kompetenzen der Diaspora, das Potential und die Vorteile, sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Heimatl\u00e4ndern.<\/p>\n<p><b>albinfo.ch<\/b>: K\u00f6nnen sie dies konkretisieren? Welche sind einige dieser Ideen, die die Teilnehmer vorgestellt haben?<\/p>\n<p><strong>Mimoza Kelmendi:<\/strong> Ja, jedoch m\u00f6chte ich zuerst den Lesern\u00a0 der Seite albinfo.ch die einzelnen Teilnehmer nennen: Ali Salihu von dem Verein UraKult in K\u00f6ln; Lehrerin Mimoza Leka von dem albanischen Kulturverein im Rheinisch-Bergischen Kreis;\u00a0 Schauspieler Kasem Hoxha, Gesch\u00e4ftsmann Ejup Berisha; Kardiochirurg in D\u00fcsseldorf, Bujar Maxhera; Andreas Hemming, Vorsitzender der Deutsch Albanische Freundschaftsgesellschaft in Hamburg und k\u00f6lner Anwalt Nefail Berjasevic, urspr\u00fcnglich aus Montenegro. Die Teilnehmer hatten die M\u00f6glichkeit sich und die vertretenen Vereine oder Firmen, auch mit Hilfe von Medien, vorzustellen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/debati-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-180071\" src=\"http:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/debati-2-1024x556.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"348\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/debati-2-1024x556.jpg 1024w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/debati-2-300x163.jpg 300w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/debati-2-768x417.jpg 768w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/debati-2-587x319.jpg 587w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/debati-2.jpg 1153w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nicht unbewusst begann ich die Runde mit der Albanischlehrerin und Dozentin der deutschen Sprache f\u00fcr Migranten Mimoza Leka, welche zusammen mit den Eltern der albanischen Kinder einen Verein gegr\u00fcndet hat, welche aktiv hilft, die Traditionen der albanischen Kultur f\u00fcr die Kinder zu bewahren und sie in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Eine Zusammenarbeit and einem erweiterten Plan mit anderen Vereinen und Gesellschaften erm\u00f6gliche ihrer Meinung nach gr\u00f6\u00dfere Projekte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen fokussierte sich Gesch\u00e4ftsmann Ejup Berisha auf M\u00f6glichkeiten, Investitionen in Albanien und Kosovo zu t\u00e4tigen. Es gebe eine gro\u00dfe Chancenvielfalt und die Zeiten der Barrieren und B\u00fcrokratie in unseren L\u00e4ndern seien vorbei. Jeder mit erlangender Erfahrung in Deutschland und ausreichend finanziellen M\u00f6glichkeiten k\u00f6nne in Albanien und Kosovo investieren, vor allem im Bereich Tourismus.<\/p>\n<p>Auch Chirurg Bujar Machera teilt die Meinung von Herrn Berisha. Seinen Erfolg m\u00f6ge er mit Kollegen in Prishtina teilen, indem er bei deren Spezialisierung in deutschen Kliniken oder bei der zeitgem\u00e4\u00dfen Ausstattung der Krankenh\u00e4user in Kosovo helfe.<\/p>\n<p>Der Anwalt Berjasevic, gleichzeitig auch P\u00e4dagoge an der Universit\u00e4t Siegen, spricht ebenfalls nach seiner jahrelangen Erfahrung als Jurist in Deutschland und in New York \u00fcber einen notwendigen Austausch mit Kollegen in Albanien und auch die Spezialisierung von albanischen Juristen in Deutschland.\u00a0 Der Austausch von Wissen und Kenntnissen sei\u00a0 ihr gemeinsames Ziel.<\/p>\n<p><b>albinfo.ch<\/b>: Wie steht es mit der Kultur, der Kunst? Wie wichtig sind diese und wie weit kann die Diaspora erreichen, die kulturellen Werte Albaniens zu vermitteln, jenseits der Aktivit\u00e4ten in den Schulen?<\/p>\n<p><strong>Mimoza Kelmendi:<\/strong> Sicherlich beinhaltet die Kultur eine wichtige Rolle, um so mehr seit es vor zwei Jahren eine kulturelle Vereinbarung zwischen Deutschland und Albanien gibt. Ich m\u00f6chte betonen, dass Deutschland gro\u00dfen Wert auf kulturelle Kommunikation und Diplomatie legt. Wir m\u00fcssen zu aller erst unsere Dankbarkeit gegen\u00fcber allen albanischen K\u00fcnstler aussprechen, welche auf ihre individuelle Art, mit ihrem Willen und ihrem Talent, Erfolge in Deutschland gefeiert haben und damit dem Namen Albaniens und Kosovos alle Ehre gemacht.<\/p>\n<p>Einer dieser K\u00fcnstler ist Schauspieler Kasem Hoxha aus Tirana, im Juli 1990 immigriert, welcher neben seinem Erfolg auf der Leinwand auch sehr engagiert in verschiedenen Aktivit\u00e4ten albanischer Vereine und Gesellschaften ist und \u00fcber all dem ein humanit\u00e4rer Albaner. Wir haben viele talentierte S\u00e4nger, Instrumentalisten, K\u00fcnstler und Dirigenten, die sehr bekannt sind unter den deutschen Kunstliebhabern und sind damit ein Aush\u00e4ngeschild f\u00fcr Albanien und Kosovo. Sie all m\u00f6chten die Albaner der Diaspora nicht einzeln sondern gemeinsam sehen, wie auf einem Konzert oder im Kino.<\/p>\n<p>Mittlerweile ist UraKult seit drei Jahren in K\u00f6ln sehr aktiv und hat an verschiedenen Veranstaltungen gearbeitet darunter klassische Konzerte, Ausstellungen, Theaterauff\u00fchrungen oder Filmfestivals f\u00fcr albanische Filme und damit ein neues Image der albanischen Kultur im allgemeinen, vor allem der Kosovos, gezeigt. Auch Ali Salihu, Teilnehmer der Runde, \u00e4u\u00dfert sich \u00fcber eine Fortsetzung des Dialogs der Diaspora, indem er offen f\u00fcr jegliche Zusammenarbeit im Sinne der Transparenz und des beiderseitigen Vertrauens.<\/p>\n<p><b>albinfo.ch<\/b>: Wie engagiert sind die deutschen B\u00fcrger wenn es um die Zusammenarbeit mit den Albanern geht?<\/p>\n<p><strong>Mimoza Kelmendi:\u00a0<\/strong>Nicht ohne Grund war auch ein Deutsche im Paneel anwesend, Andreas Hemming, der Vorsitzender der Deutsch Albanische Freundschaftsgesellschaft (DAFG) in Hamburg ist und gute Kenntnisse der albanischen Sprache und Kultur besitzt.<\/p>\n<p>Seit \u00fcber 40 Jahren arbeitet die Gesellschaft an der Entwicklung und Erweiterung der des freundschaftlichen Verh\u00e4ltnisses zur albanischen Bev\u00f6lkerung und dem gegenseitigen Verst\u00e4ndnis beider L\u00e4nder. Hemming zufolge steigt ihr Erfolg \u00fcber die Zusammenarbeit mit den Gesellschaften, Organisationen und Individuen, welche die selben Ideen und Interessen teilen und haupts\u00e4chlich von\u00a0 Betr\u00e4gen der Anh\u00e4nger und verschiedenen finanziert werden. Ein Modell, das er vorschl\u00e4gt, um eine Fortsetzung des Dialogs und der gemeinsamen Arbeit zu erreichen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-180072\" src=\"http:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/debati-diaspora-gjermsni.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"303\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/debati-diaspora-gjermsni.jpg 960w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/debati-diaspora-gjermsni-300x130.jpg 300w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/debati-diaspora-gjermsni-768x333.jpg 768w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/debati-diaspora-gjermsni-587x254.jpg 587w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<p><strong><b>albinfo.ch<\/b>:<\/strong> Zu guter Letzt, Frau Kelmendi- was verbindet und trennt die angesprochenen Gesellschaften und Individuen und was sind die Erwartungen in Folge dieser Veranstaltung?<\/p>\n<p><strong>Mimoza Kelmendi:\u00a0<\/strong>Ich m\u00f6chte unterstreichen, dass das Diaspora nicht nur von den Teilnehmern der Runde vertreten wird, da unter den vielen G\u00e4sten im Saal auch weitere Vertreter von anderen Gesellschaften und Organisationen anwesend waren. Nat\u00fcrlich ist es nicht leicht, mit Albanern zusammen zu arbeiten, da diese, wie auch im Paneel \u00f6fters betont wurde, h\u00e4ufig nur damit zufrieden sind, die Nummer eins zu sein. Die Frage, die im Raum steht, ist: Was hindert uns am gegenseitigen Zuh\u00f6ren und wie k\u00f6nnen diese Hindernisse \u00fcberwunden werden? Es wurden\u00a0 Bem\u00fchungen unternommen, die Kommunikation untereinander zu verbessern, die unterschiedlichen Meinungen zu respektieren, um ein ein besseres Verst\u00e4ndnis und Vertrauen zu schaffen. Diesbez\u00fcglich wurde ein gro\u00dfer Schwerpunkt auf staatliche und kommunale Institutionen in Albanien und Kosovo gelegt, damit diese auf uns aufmerksam werden, w\u00e4hrenddessen unsere deutschen Partner CIM\/ GIZ unser Engagement ernster nimmt. Ohne deren Hilfe h\u00e4tte auch diese Veranstaltung vielleicht gar nicht stattgefunden.<\/p>\n<p>Ann\u00e4hernd alle Teilnehmer sprachen sich f\u00fcr eine Strukturalisierung und Zentralisierung der Gesellschaften oder Individuen in den Bundesl\u00e4ndern und im gesamten Deutschland aus. Die Erstellung eines Onlineportals f\u00fcr das Diaspora w\u00fcrde einer solchen Strukturierung helfen, da so ein Portal als Treffpunkt f\u00fcr alle dienen w\u00fcrde. Abschlie\u00dfend kann ich sagen, dass der erste Tag des Dialogs ein weiterer Schritt\u00a0 zu einem Ziel war:<\/p>\n<p>Entstehung einer \u201e gemeinsamen Unternehmung\u201c, in der die Diaspora als Br\u00fccke der Zusammenarbeit mit dem Heimatl\u00e4ndern dient. Im Dialog sind wir miteinander nicht gegeneinander. Eine Fortsetzung hat eine positive Auswirkung auf uns alle.<\/p>\n<p>Vielen Dank und viel Erfolg w\u00fcnsche ich allen Mitarbeiten der alb.info f\u00fcr das kommende Jahr 2018.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mimoza Kelmendi: &#8220;Der erste Tag des Dialogs ein weiterer Schritt\u00a0 zu einem Ziel war: Entstehung einer \u201e gemeinsamen Unternehmung\u201c, in der die Diaspora als Br\u00fccke der Zusammenarbeit mit dem Heimatl\u00e4ndern dient. 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