{"id":166575,"date":"2017-10-18T19:31:44","date_gmt":"2017-10-18T17:31:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=166575\/"},"modified":"2017-10-24T00:19:36","modified_gmt":"2017-10-23T22:19:36","slug":"tag-gegen-menschenhandel-ein-informationsbus-orientiert-die-schweizer-bevoelkerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/tag-gegen-menschenhandel-ein-informationsbus-orientiert-die-schweizer-bevoelkerung\/","title":{"rendered":"Tag gegen Menschenhandel: Ein Informationsbus orientiert die Schweizer Bev\u00f6lkerung"},"content":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des Europ\u00e4ischen Tages gegen Menschenhandel wird heute in Bern ein Informationsbus eingeweiht. Er soll die breite \u00d6ffentlichkeit auf dieses Verbrechen aufmerksam machen. In der Schweiz werden Kinder, Frauen und M\u00e4nner zum Betteln gezwungen, zur Prostitution gen\u00f6tigt oder als Arbeitskraft ausgebeutet. Nach wie vor werden nur wenige dieser Opfer von Menschenhandel identifiziert. Um diese Realit\u00e4t besser sichtbar zu machen, wird der Informationsbus in mehreren Schweizer St\u00e4dten haltmachen. Vom 17. Oktober bis 3. November 2017 werden zudem an verschiedenen Orten Informationsveranstaltungen abgehalten.<\/p>\n<p>Ein Gesicht verr\u00e4t nicht immer, was ein Mensch durchgemacht hat. Dahinter verborgen ist vielleicht eine Frau, die sexuell ausgebeutet wird und Gewalt erleiden muss. Oder es ist ein Mann, der sich unter falschen Versprechungen anwerben liess und nun f\u00fcr wenig oder gar kein Geld arbeitet und dessen Identit\u00e4tsausweise eingezogen worden sind. Solche F\u00e4lle gibt es in der Schweiz; doch ist es bisweilen schwierig, sie zu erkennen. Diese Personen sind Opfer von Menschenhandel. Tagt\u00e4glich durchleben sie grosses Leid. Sie sind Opfer von Kriminellen, die die Abh\u00e4ngigkeit und Verletzlichkeit dieser Menschen ausnutzen.<\/p>\n<p><strong>Veranstaltungen in der ganzen Schweiz<\/strong><\/p>\n<p>Um die Schweizer Bev\u00f6lkerung auf diese schweren Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen, haben das Schweizer B\u00fcro der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration (IOM) in Bern und die Fondation neuch\u00e2teloise pour la coordination de l\u2018action sociale (FAS) diesen Informationsbus lanciert und koordiniert. Unterst\u00fctzt wurden sie von der Steuerungsgruppe, in der auch fedpol, das SEM und das EDA vertreten sind. Dank der Mithilfe verschiedener kantonaler Akteure und Opferhilfestellen, die sich f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung des Menschenhandels engagieren, f\u00e4hrt der Bus w\u00e4hrend eines Jahres durch die Schweiz und macht in verschiedenen St\u00e4dten halt. Er l\u00e4dt die Bev\u00f6lkerung dazu ein, hinter das \u00c4ussere zu blicken. Im Bus erwarten die Besucherinnen und Besucher Erfahrungsberichte, Bilder, Zahlen und ausf\u00fchrliche Erl\u00e4uterungen, die helfen, das Ph\u00e4nomen Menschenhandel besser zu verstehen &#8211; ein Ph\u00e4nomen, das in der Schweiz haupts\u00e4chlich im Sex-, Bau- und Gastgewerbe wie auch in der Hauswirtschaft, im privaten Pflegebereich und in der Landwirtschaft anzutreffen ist.<\/p>\n<p>Mit der Einweihung des Informationsbusses beginnen auch die Aktionswochen gegen Menschenhandel. Sie dauern vom 17. Oktober bis 3. November 2017. W\u00e4hrend dieser Zeit finden rund zwanzig Veranstaltungen statt: Dokumentarfilme und Ausstellungen werden gezeigt und Konferenzen und Schulungen abgehalten. Diese Veranstaltungen finden in mehreren Kantonen statt, um eine breite \u00d6ffentlichkeit zu sensibilisieren und den Austausch mit Fachleuten zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Zum Auftakt der Aktionswochen findet in Bern am 18. Oktober 2017 eine Konferenz statt. Der Vormittag ist der Einweihung des Informationsbusses gewidmet. Am Nachmittag werden Fachleute aus der Schweiz und dem Ausland die j\u00fcngsten Herausforderungen diskutieren, die sich bei der Bek\u00e4mpfung von Menschenhandel in Zusammenhang mit den aktuellen Migrationsstr\u00f6men stellen.<\/p>\n<p><strong>250 Opfer identifiziert<\/strong><\/p>\n<p>Opferhilfestellen identifizieren und k\u00fcmmern sich jedes Jahr um mehr als 250 Opfer, die ihrer Ausbeutungssituation entkommen konnten. Da Menschenhandel im Verborgenen stattfindet, bleibt die grosse Mehrheit der Betroffenen jedoch unerkannt und erh\u00e4lt keine Unterst\u00fctzung. Die Bek\u00e4mpfung von Menschenhandel ist komplex und bedingt Massnahmen mehrerer Partner auf lokaler und internationaler Ebene.<br \/>\nF\u00fcr die Strafverfolgung von Menschenhandel sind die Kantone zust\u00e4ndig; fedpol unterst\u00fctzt sie dabei, indem die Ermittlungen koordiniert, eine gemeinsame Strategie ausgearbeitet und die verschiedenen Akteure in der Schweiz miteinander vernetzt werden. Zu diesen Akteuren geh\u00f6ren etwa das Staatssekretariat f\u00fcr Migration (SEM), das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (SECO), kantonale Migrationsbeh\u00f6rden, die kantonalen Opferhilfestellen, das Grenzwachtkorps (GWK), die kantonalen Polizeikorps und Justizbeh\u00f6rden und auch Nichtregierungsorganisationen.<\/p>\n<p>Menschenhandel ist ein transnationales Ph\u00e4nomen, dessen Bek\u00e4mpfung auf der internationalen Zusammenarbeit auf politischer wie auch auf operativer Ebene beruht. Das EDA setzt sich deshalb daf\u00fcr ein, die bilaterale Zusammenarbeit und die internationalen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen zu verbessern, beispielsweise durch Verhandlungen mit den Vereinten Nationen oder der OSZE.<br \/>\nDer zweite Nationale Aktionsplan gegen Menschenhandel f\u00fcr die Jahre 2017-2020 legt die Strategie der Schweiz fest. Die Aktionen beruhen auf vier S\u00e4ulen: Pr\u00e4vention, Strafverfolgung, Opferschutz und Zusammenarbeit.<\/p>\n<p><strong>Gemeinsam gegen Menschhandel<\/strong><\/p>\n<p>Die f\u00fcr den Europ\u00e4ischen Tag gegen Menschenhandel und w\u00e4hrend der Aktionswochen vorgesehenen Veranstaltungen werden von Diensten und Beh\u00f6rden des Bundes und der Kantone sowie von Opferhilfestellen organisiert.<br \/>\nGetragen wird das Projekt von fedpol, vom Eidgen\u00f6ssischen Departement f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten (EDA), vom Staatssekretariat f\u00fcr Migration (SEM), von der Oak Foundation und der Opferhilfe-Stiftung Au C\u0153ur des Grottes. Umgesetzt wird das Projekt von der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration (IOM) und der Fondation neuch\u00e2teloise pour la coordination de l&#8217;action sociale (FAS). Unterst\u00fctz werden sie von der Fremdenpolizei der Stadt Bern, der Fachstelle f\u00fcr Frauenhandel und Frauenmigration in Z\u00fcrich (FIZ), von der Stiftung Kinderschutz Schweiz und der Verein Astr\u00e9e.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des Europ\u00e4ischen Tages gegen Menschenhandel wird heute in Bern ein Informationsbus eingeweiht. Er soll die breite \u00d6ffentlichkeit auf dieses Verbrechen aufmerksam machen. In der Schweiz werden Kinder, Frauen und M\u00e4nner zum Betteln gezwungen, zur Prostitution gen\u00f6tigt oder als Arbeitskraft ausgebeutet. Nach wie vor werden nur wenige dieser Opfer von Menschenhandel identifiziert. 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