{"id":164758,"date":"2017-10-06T12:38:15","date_gmt":"2017-10-06T10:38:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=164758\/"},"modified":"2017-10-06T14:57:20","modified_gmt":"2017-10-06T12:57:20","slug":"simonetta-sommaruga-niger-einem-land-schnittpunkt-von-migrationsbewegungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/simonetta-sommaruga-niger-einem-land-schnittpunkt-von-migrationsbewegungen\/","title":{"rendered":"Simonetta Sommaruga in Niger, einem Land am Schnittpunkt von Migrationsbewegungen"},"content":{"rendered":"<p><b><span style=\"margin: 0px; color: #454545; font-family: 'Helvetica',sans-serif;\">Bundesr\u00e4tin Simonetta Sommaruga hat sich am 4. und 5. Oktober 2017 bei einem Arbeitsbesuch in Niger ein Bild gemacht vom Ausmass der migrationspolitischen Herausforderungen, mit denen das Land konfrontiert ist. Die grosse Mehrheit der Migrantinnen und Migranten, die von den L\u00e4ndern Westafrikas aus einen Weg nach Norden suchen, reist \u00fcber Niger und Libyen. Die Bundesr\u00e4tin besuchte im Nordteil Nigers das Empfangs- und Transitzentrum von Agadez, wo Migrantinnen und Migranten, die auf ihrer Migrationsroute gestrandet sind, Unterst\u00fctzung erhalten, sowie ein von der Schweiz unterst\u00fctztes Berufsbildungsprojekt. Sie informierte sich zudem \u00fcber die Rohstoffthematik, die auch in Niger eine wichtige Rolle spielt.<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Times New Roman;\">Die Vorsteherin des Eidgen\u00f6ssischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) tauschte sich mit dem Pr\u00e4sidenten der Republik Niger, Issoufou Mahamadou, mit dem Aussenminister Ibrahim Yacoubou und mit dem Justizminister Marou Amadou aus. Niger liegt mitten auf den Migrationsrouten von den L\u00e4ndern s\u00fcdlich der Sahara in die Maghreb-Staaten. Niger nimmt am dritten Treffen der Kontaktgruppe Zentrales Mittelmeer teil, das die Schweiz Mitte November ausrichtet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: #454545; font-family: 'Helvetica',sans-serif;\">F\u00fcr Migrantinnen und Migranten ist Niger vor allem ein Transit- und Zielland. Niger hat Hunderttausende Fl\u00fcchtlinge und Vertriebene aus Mali und Nigeria aufgenommen. Demgegen\u00fcber \u00fcberqueren nur wenige nigrische Staatsangeh\u00f6rige das Mittelmeer Richtung Europa. So registrierte die Schweiz 2016 lediglich 26 Asylgesuche aus diesem Land. Die Migrationsbewegungen aus Niger erfolgen in die Nachbarl\u00e4nder, namentlich nach Libyen und Algerien.\u00a0<\/span><\/p>\n<figure><b><span lang=\"DE\" style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'inherit',serif;\">R\u00fcckkehrhilfe f\u00fcr Migranten<\/span><\/b><span style=\"margin: 0px; color: #454545; font-family: 'Helvetica',sans-serif;\">Die Schweiz unterst\u00fctzt die Bem\u00fchungen Nigers zur Bew\u00e4ltigung der migrationspolitischen Herausforderungen, insbesondere durch ihren Beitrag zum EU-Nothilfefonds f\u00fcr Afrika (EUTF), der 2015 am Migrationsgipfel Europa-Afrika in Valletta ins Leben gerufen wurde. Die von der Schweiz mitfinanzierten Projekte in Niger sollen die Steuerung der Migration und den Schutz der Migrantinnen und Migranten verbessern. Das vom Fonds unterst\u00fctzte Projekt der UNO-Migrationsagentur IOM (Internationale Organisation f\u00fcr Migration) f\u00fcr Niger umfasst f\u00fcnf Empfangs- und Transitzentren f\u00fcr Migrantinnen und Migranten in Niger.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: #454545; font-family: 'Helvetica',sans-serif;\">Bundesr\u00e4tin Sommaruga besuchte das Zentrum in Agadez, in dem Migrantinnen und Migranten, die entlang der Migrationsroute an den Toren zur W\u00fcste stranden, beraten und unterst\u00fctzt werden, auch bei der freiwilligen R\u00fcckkehr. Die meisten dieser Menschen kehren aus Nordafrika nach Niger zur\u00fcck, oft traumatisiert durch die Erfahrungen und Erlebnisse, die sie auf ihrem Weg gemacht haben.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span lang=\"DE\" style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'inherit',serif;\">Ursachen der Migration bek\u00e4mpfen<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: #454545; font-family: 'Helvetica',sans-serif;\">Die Schweiz engagiert sich seit 40 Jahren in Niger. Ihre Kooperationsstrategie konzentriert sich auf die Bereiche Grund- und Berufsbildung, l\u00e4ndliche Entwicklung, Regierungsf\u00fchrung (Governance) und Frieden. Sie legt den Schwerpunkt auf die Jugend des Landes, da dieses ein sehr starkes Bev\u00f6lkerungswachstum aufweist. Dahinter steht die \u00dcberzeugung, dass die der Migration zugrundeliegenden Ursachen angegangen werden k\u00f6nnen, wenn junge Menschen berufliche Perspektiven erhalten. Die Vorsteherin des EJPD machte sich beim Besuch eines Berufsbildungsprojekts im Landwirtschaftssektor ein Bild davon, wie diese Strategie umgesetzt wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: #454545; font-family: 'Helvetica',sans-serif;\">Am Mittwoch hatte Bundesr\u00e4tin Sommaruga eine Projektvereinbarung mit der nigrischen Regierung unterzeichnet, mit der die Modernisierung der Landwirtschaft unterst\u00fctzt wird. Damit leistet die Schweiz in den n\u00e4chsten vier Jahren einen Beitrag zur Ern\u00e4hrungssicherheit von 330\u2018000 Menschen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b><span lang=\"DE\" style=\"margin: 0px; color: black; font-family: 'inherit',serif;\">Reich an Uran und dennoch arm<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; color: #454545; font-family: 'Helvetica',sans-serif;\">Wie bei ihrem Besuch in Tunesien zu Wochenbeginn, informierte sich die Bundesr\u00e4tin auch in Niger \u00fcber die Rohstoffthematik und die Verteilung der Gewinne aus dem Rohstoffgesch\u00e4ft. \u00dcber diese f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung zentrale Frage unterhielt sich die Vorsteherin des EJPD mit Vertreterinnen und Vertretern der Regierung und der Zivilgesellschaft. Niger ist zwar reich an Uran, aber eines der \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt. Es ist Mitglied der Transparenz-Initiative &#8220;Extractive Industry Transparency Initiative&#8221; (EITI).<\/span><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Migrantinnen und Migranten ist Niger vor allem ein Transit- und Zielland. 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