{"id":114728,"date":"2016-05-27T09:10:55","date_gmt":"2016-05-27T07:10:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/de\/?p=114728"},"modified":"2016-05-27T12:20:43","modified_gmt":"2016-05-27T10:20:43","slug":"das-online-tribut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/das-online-tribut\/","title":{"rendered":"Das Online-Tribut"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Der kosovarische Diasporaminister fordert eine M\u00f6glichkeit zu Zahlung der Autoversicherung online. Im Grunde ist dies eine Modernisierung des Tributs, den unsere Landsleute an der kosovarischen Grenze zahlen m\u00fcssen, wenn sie mit ausl\u00e4ndischen Kennzeichen in Kosova einreisen wollen.<\/p>\n<\/div>\n<p>Wie wir erfahren haben, hat der kosovarische Diasporaminister vom kosovarischen Versicherungsb\u00fcro gefordert, dass es den Landsleuten erm\u00f6glichen soll, die Zahlung der Autoversicherung online zu zahlen. So sollen die langen Warteschlangen an den Grenzpunkten vermieden werden.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten fordert der Diasporaminister die Modernisierung des Tributs f\u00fcr die &#8220;Versicherung&#8221; f\u00fcr die Albaner der Diaspora, die schon seit Jahren diese Last ertragen m\u00fcssen. Der vorgeschobene Grund ist die Empathie f\u00fcr die langen Warteschlangen und das grosse Durcheinander infolge der Zahlung dieser absurden Versicherung.<\/p>\n<p>Vielleicht kann man in den Aussagen des Ministers einen guten Willen erkennen. Doch sie zeugt auch von seiner Hilf- und Kraftlosigkeit gegen\u00fcber dieses politisch-mafiose Netzwerks, das die Diaspora jeden Sommer offen ausraubt und sie bel\u00fcgt, man verhandle mit dem europ\u00e4ischen B\u00fcro der Gr\u00fcnen Karte.<\/p>\n<p>Jedes Jahr wird die gleiche Suppe serviert, um die Verschiebung eines m\u00f6glichen Vertrages mit dem B\u00fcro der Gr\u00fcnen Karte zu begr\u00fcnden: da Kosova noch nicht UNO-Miglied geworden ist, k\u00f6nne man der Internationalen Organisation der Gr\u00fcnen Karte nicht beitreten. Wie kann es sein, dass Kosova eine Mitgliedschaft in vielen relevanten internationalen Organisationen erreicht hat, nur im System der Gr\u00fcnen Karte noch nicht?<\/p>\n<p>Wie kann es sein, dass der beste Versicherungsschutz, besonders der von der Schweiz, in einem kleinen, armen und unterentwickelten Land wie Kosova nicht gilt? Auch wenn es stimmen w\u00fcrde, dass eine kosovarische Mitgliedschaft im System der Gr\u00fcnen Karte noch nicht m\u00f6glich ist, da Kosova noch nicht Mitglied der UN ist, es besteht doch die M\u00f6glichkeit der bilateralen Vertr\u00e4ge mit den Staaten, in denen die kosovarische Diaspora lebt.<\/p>\n<p>Warum ist man dem Weg der bilateralen Vertr\u00e4ge nicht gegangen? Die Antwort ist v\u00f6llig klar: jeden Sommersaison bereichern sich Versicherungsunternehmen in Kosova, die mit der Mafia und mit der Politik eng verflochten sind. Jemand kassiert grosses Geld. Im \u00dcbrigen decken die sogenannten &#8220;Versicherungspolicen&#8221; nicht ann\u00e4hernd den effektiven Wert der Autos aus der Diaspora im Falle eines Unfalls. Viele Landsleute, die in Kosova einen Unfall hatten, best\u00e4tigen dies.<\/p>\n<p>Die Schuld ist aber nicht nur bei diesen mafiosen Strukturen in Kosova zu suchen. Auch die Unf\u00e4higkeit der albanischen Diaspora f\u00fcr den Schutz ihrer eigenen Interessen gegen\u00fcber der korrupten Regierung des jungen Landes spielt eine Rolle. Dieses Establishment in der Regierung zeigt sich blind und undankbar f\u00fcr die grosse Rolle der Diaspora in der Bek\u00e4mpfung der Armut und in der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes.<\/p>\n<p>Der von unserer Plattform, aber auch von einen Strukturen der albanischen Diaspora ausge\u00fcbter Druck zeigte einige kleinere Erfolge &#8211; das Tribut wurde im letzten Sommer halbiert. Doch dies sind nur halbe Erfolge, solange dieses Problem nicht organisiert, insitutionalisiert und von der Diaspora getrieben nicht aus der Welt geschaffen ist.<\/p>\n<p>Die Interessen der Diaspora finden in Kosova keinerlei Beachtung. Daher muss sie sich selbst organisieren und eine breite Debatte in der \u00d6ffentlichkeit in den L\u00e4ndern anstossen, in der sie lebt &#8211; auch in der Schweiz. Man muss grossen Druck auf die Stripenzieher im Hintergrund in Kosova aus\u00fcben. Sonst wird das Lied des Tributs f\u00fcr die Autoversicherung weiter gehen. Vielleicht werden wir in der Zukunft dieses Tribut online zahlen k\u00f6nnen, vielleicht mit einer App auf unseren Smartphones.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der kosovarische Diasporaminister fordert eine M\u00f6glichkeit zu Zahlung der Autoversicherung online. Im Grunde ist dies eine Modernisierung des Tributs, den unsere Landsleute an der kosovarischen Grenze zahlen m\u00fcssen, wenn sie mit ausl\u00e4ndischen Kennzeichen in Kosova einreisen wollen. 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