{"id":110622,"date":"2016-04-07T19:33:15","date_gmt":"2016-04-07T17:33:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/de\/?p=110622"},"modified":"2016-04-07T19:33:15","modified_gmt":"2016-04-07T17:33:15","slug":"forschungsstudie-belegt-arbeitsausbeutung-auch-in-der-schweiz-realitaet-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/forschungsstudie-belegt-arbeitsausbeutung-auch-in-der-schweiz-realitaet-2\/","title":{"rendered":"Forschungsstudie belegt: Arbeitsausbeutung auch in der Schweiz Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Heute ver\u00f6ffentlichte die Universit\u00e4t Neuenburg eine Forschungsstudie zum Ph\u00e4nomen der Arbeitsausbeutung im Kontext des Menschenhandels. Die Studie, von fedpol in Auftrag gegeben, belegt die Existenz des Ph\u00e4nomens in bestimmten Wirtschaftssektoren in der Schweiz. Sie liefert jedoch keine quantitativen Angaben zum Ausmass des Problems. Gemeinsam mit seinen Partnern wird fedpol die Erkenntnisse der Studie analysieren und die Ergebnisse in einen n\u00e4chsten Nationalen Aktionsplan gegen Menschenhandel (NAP) der Schweiz einfliessen lassen.<\/p>\n<p>Menschenhandel zwecks Arbeitsausbeutung ist weniger bekannt und dokumentiert als Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung von Frauen. Im Rahmen der Bek\u00e4mpfung des Menschenhandels hat fedpol das Schweizerische Forum f\u00fcr Migrations- und Bev\u00f6lkerungsstudien (SFM) der Universit\u00e4t Neuenburg beauftragt, eine erste Forschungsstudie zum Thema durchzuf\u00fchren. Mit der Studie wurden drei Ziele verfolgt: Das Ph\u00e4nomen im schweizerischen Kontext erforschen, jene Wirtschaftssektoren mit erh\u00f6htem Risiko identifizieren und das Profil und die Erkennungsmerkmale von T\u00e4tern und Opfern umreissen.<\/p>\n<h3>Betroffene Wirtschaftssektoren<\/h3>\n<p>Die auf drei qualitative Methoden gest\u00fctzte Studie wurde in der gesamten Schweiz durchgef\u00fchrt, vertieft aber in den Kantonen Bern, Genf, Tessin und Z\u00fcrich. Die Studie macht keine quantitativen Angaben zum Ausmass des Ph\u00e4nomens, belegt aber, dass auch in der Schweiz Menschen wegen ihrer Arbeitskraft ausgebeutet werden. Die Gefahr der Arbeitsausbeutung besteht insbesondere im Hauswirtschaftsbereich, in der Hotellerie, der Gastronomie, im Baugewerbe und in der Landwirtschaft. Von Arbeitsausbeutung ist auch dann die Rede, wenn jemand gezwungen wird eine strafbare Handlung, wie beispielsweise Diebstahl oder Bettelei, zu begehen. Die Studie belegt, dass die Nationalit\u00e4t und das Geschlecht der Opfer mit den betroffenen Wirtschaftssektoren korrelieren: So werden im Haushaltssektor mehrheitlich afrikanische und s\u00fcdamerikanische Frauen ausgebeutet, w\u00e4hrend die Mehrheit der ausgebeuteten M\u00e4nner haupts\u00e4chlich aus Osteuropa und dem Balkan stammt und im Baugewerbe t\u00e4tig ist.<\/p>\n<p>Die Studie verdeutlicht, dass es an theoretischen Instrumenten zur Opferidentifikation mangelt und die Sensibilisierung und Koordination der zust\u00e4ndigen Organisationen l\u00fcckenhaft sind.<\/p>\n<h3>Resultate werden in einem n\u00e4chsten Nationalen Aktionsplan ber\u00fccksichtigt<\/h3>\n<p>Die Erkenntnisse der Studie best\u00e4rken fedpol darin, dass das Ph\u00e4nomen ernst genommen und die verschiedenen Akteure besser f\u00fcr die Thematik sensibilisiert werden m\u00fcssen. Im Rahmen der Ausarbeitung des neuen Nationalen Aktionsplans gegen Menschenhandel in der Schweiz wird fedpol die Ergebnisse zusammen mit seinen Partnern eingehend pr\u00fcfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ver\u00f6ffentlichte die Universit\u00e4t Neuenburg eine Forschungsstudie zum Ph\u00e4nomen der Arbeitsausbeutung im Kontext des Menschenhandels. Die Studie, von fedpol in Auftrag gegeben, belegt die Existenz des Ph\u00e4nomens in bestimmten Wirtschaftssektoren in der Schweiz. Sie liefert jedoch keine quantitativen Angaben zum Ausmass des Problems. 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